Neuer Rechtsstreit um 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal droht Christian Olearius
Tilo RohtCum-Ex: Neue Überprüfung beschlagnahmter mutmaßlicher krimineller Vermögenswerte des Bankers Olearius - Neuer Rechtsstreit um 40 Millionen Euro im Cum-Ex-Skandal droht Christian Olearius
Der Cum-Ex-Skandal bleibt einer der größten Steuerbetrugsfälle der deutschen Geschichte und hat dem Staat Milliarden an entgangenen Einnahmen gekostet. Im Mittelpunkt steht Christian Olearius, der ehemalige geschäftsführende Gesellschafter von M.M. Warburg & Co. KG, dessen Bank in den 2000er-Jahren eine zentrale Rolle bei der Abwicklung betrügerischer Steuererstattungen spielte. Zwar wurden die strafrechtlichen Vorwürfe gegen ihn mittlerweile fallengelassen, doch nun bahnt sich ein neuer Rechtsstreit um angebliche illegale Gewinne in Höhe von 40 Millionen Euro an.
Jahre lang führte Olearius die M.M. Warburg Bank und war maßgeblich an den Cum-Ex-Geschäften beteiligt – komplexen Aktientransaktionen, die gezielt Steuerlücken ausnutzten. Unter seiner Führung wickelte die Bank Milliarden an unrechtmäßigen Kapitalertragsteuer-Rückerstattungen ab und geriet dadurch ins Visier der Staatsanwaltschaft. Obwohl die Ermittlungen zu seiner persönlichen Verantwortung jahrelang andauerten, wurden die Verfahren wegen schweren Steuerbetrugs 2023 endgültig eingestellt – mit Verweis auf seinen nachlassenden Gesundheitszustand.
Doch die finanziellen Folgen des Skandals sind damit nicht vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft dringt nun darauf, die 40 Millionen Euro einzuziehen, die Olearius ihrem Vorwurf zufolge durch die Machenschaften erwirtschaftet hat. Das Landgericht Bonn hatte bereits eine Entscheidung getroffen, doch der Bundesgerichtshof hob dieses Urteil auf und ordnete eine erneute Prüfung an. Ein neuer Verhandlungstermin steht fest, wobei Olearius selbst nicht anwesend sein muss.
Der Fall zeigt, wie nachhaltig die Auswirkungen des Skandals sind – selbst wenn zentrale Figuren einer strafrechtlichen Verfolgung entgehen. Zwar bleibt Olearius von persönlicher Haftung verschont, doch der Streit um seine angeblichen Gewinne hält die Debatte am Leben.
Nun muss das Bonner Gericht erneut bewerten, ob die mit Olearius in Verbindung gebrachten 40 Millionen Euro als unrechtmäßig erwirtschaftet eingezogen werden können. Dass er der Verhandlung fernbleibt, mindert nicht die Brisanz: Die Staatsanwaltschaft ist entschlossen, Gelder aus dem Skandal zurückzuholen. Das Ergebnis wird ein weiteres Kapitel in Deutschlands langem Kampf um die Rückforderung der Verluste aus der Cum-Ex-Affäre sein.






