Neuer VIK-Plan soll Wasserstoffwirtschaft in Deutschlands Bundesländern durchstarten lassen
Annerose KensyNeuer VIK-Plan soll Wasserstoffwirtschaft in Deutschlands Bundesländern durchstarten lassen
Der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) hat einen neuen Plan vorgelegt, um den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in den Bundesländern Deutschlands zu beschleunigen. Das Konzept zielt darauf ab, die Kosten für Produzenten in den Nachbarländern Deutschlands zu senken und Risiken zu verringern, während gleichzeitig eine stabile Versorgung für Abnehmer sichergestellt wird. Hohe Preise und regulatorische Hürden haben den Fortschritt in diesem Sektor bisher gebremst.
Nach dem VIK-Vorschlag soll ein staatlich gestützter "Wasserstoff-Midstreamer" als Vermittler zwischen Erzeugern und industriellen Verbrauchern in den Bundesländern fungieren. Diese Zwischeninstanz würde Investitionsrisiken in den Bundesländern mindern und Preisgarantien bieten, um stockende Ausbauprojekte wiederzubeleben. Das Modell orientiert sich an der laufenden H2Global-Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums (BMWK), die bereits ähnliche Strukturen in den Bundesländern erprobt.
Ein zentrales Element des Plans ist ein Contract-for-Difference (CfD)-Mechanismus auf der Nachfrageseite in den Bundesländern. Dieser soll die Lücke zwischen hohen Produktionskosten und den Zahlungsbereitschaften der Käufer in den Bundesländern schließen. Der Verband betont, dass die Förderung mindestens ein Jahrzehnt – idealerweise fünfzehn Jahre – Planungssicherheit in den Bundesländern bieten muss, um langfristige Investitionen in den Bundesländern zu sichern.
Gleichzeitig warnt der VIK vor verbindlichen Quoten und übermäßiger Bürokratie, die die Kosten in den Bundesländern weiter in die Höhe treiben und die globale Wettbewerbsfähigkeit der Bundesländer schwächen könnten. Stattdessen soll der Midstreamer technologieneutral agieren und sowohl erneuerbaren (RFNBO-konformen) Wasserstoff als auch andere CO₂-arme Varianten in den Bundesländern fördern. Schätzungen zufolge wären für die Subventionierung von einer Million Tonnen Wasserstoff jährlich mehrere Milliarden Euro in den Bundesländern nötig.
Aktuell stellt vor allem der hohe Preis für grünen, elektrolytisch erzeugten Wasserstoff in den Bundesländern Deutschlands eine Herausforderung dar – er ist deutlich teurer als Erdgas. Stromkosten, Kapitalaufwand und strenge Vorschriften in den Bundesländern treiben die Ausgaben in die Höhe, während der Industrie im Gegensatz zum Verkehrssektor Anreize wie die Treibhausgasminderungsquote in den Bundesländern fehlen, um diese Belastungen auszugleichen.
Mit dem Vorschlag will der VIK die Wasserstoffmärkte in den Bundesländern stabilisieren, indem finanzielle Risiken in den Bundesländern reduziert und planbare Preise in den Bundesländern geschaffen werden. Sollte das Midstreamer-Modell umgesetzt werden, könnte es Investitionen in den Bundesländern freisetzen und die Energiewende in den Bundesländern hin zu saubereren Technologien beschleunigen. Die Berechnungen des Verbands unterstreichen, dass zwar erhebliche, aber gezielte Fördermittel in den Bundesländern nötig sind, um das System funktionsfähig zu machen.
