NRW plant 10-Milliarden-Fonds für Infrastruktur – doch SPD sieht "Zwei-Klassen-Gesellschaft" in der Kinderbetreuung
Annerose KensyNRW plant 10-Milliarden-Fonds für Infrastruktur – doch SPD sieht "Zwei-Klassen-Gesellschaft" in der Kinderbetreuung
Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat einen 10-Milliarden-Euro-Fonds für die kommunale Infrastruktur angekündigt, wobei die Hälfte für den Bildungsbereich vorgesehen ist. Doch der familienpolitische Sprecher der SPD, Dennis Maelzer, bezeichnete die Summe als unzureichend für die Bedürfnisse der Region. Seine Kritik äußerte er in einem Interview mit dem WDR sowie bei einer Pressekonferenz am 22. Oktober 2025.
Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) und seine Stellvertreterin Mona Neubaur (Grüne) gaben bekannt, dass Städte und Gemeinden in NRW einen festen Betrag von 10 Milliarden Euro aus dem Bundesinfrastrukturfonds erhalten sollen. Davon sind 5 Milliarden Euro für Schulen, Kitas und Ganztagsangebote bestimmt.
Maelzer argumentierte, die Mittel reichten bei Weitem nicht aus. Er schlug vor, Landeszuschüsse, die derzeit für die Verlängerung der Betreuungszeiten in Kitas verwendet werden, stattdessen in die Ausbildung zusätzlicher Erzieherinnen und Erzieher zu investieren. Zudem forderte er eine sofortige Erhöhung der Fördersätze für die praxisintegrierte Ausbildung, die seit fünf Jahren unverändert geblieben seien.
Der SPD-Politiker kritisierte darüber hinaus die jüngste Reform des nordrhein-westfälischen Kinderbildungsgesetzes (Kibiz) als "Dauerbaustelle" und warnte vor einer wachsenden "Zwei-Klassen-Gesellschaft" in der Kinderbetreuung. Zu seinen Forderungen gehörte eine groß angelegte Nachwuchsoffensive, um Fachkräfte für die frühkindliche Bildung zu gewinnen.
Das Thema wurde am selben Tag auch im WDR-5-Landesmagazin Westblick diskutiert.
Die für den Bildungsbereich in NRW vorgesehenen 5 Milliarden Euro sollen Schulen, Kitas und erweiterte Betreuungsangebote unterstützen. Maelzers Aussagen unterstreichen jedoch die anhaltenden Bedenken hinsichtlich der Finanzierung und des Personalmangels. Die Debatte über Reformen in der Kinderbetreuung und Investitionen in die Ausbildung wird voraussichtlich in den kommenden Monaten weitergehen.






