NRW plant ABC-Kurse für Kinder – doch Schulen stehen vor dem Kollaps
Marie-Theres SegebahnNRW plant ABC-Kurse für Kinder – doch Schulen stehen vor dem Kollaps
Nordrhein-Westfalen plant verpflichtende "ABC-Kurse" für Kinder mit unzureichenden Deutschkenntnissen vor der Einschulung. Bildungsministerin Dorothee Feller hat versprochen, dass kein Kind ohne ausreichende Sprachkompetenz die Schule beginnen soll. Doch das Vorhaben stößt auf erhebliche praktische Hindernisse – von Platzmangel bis zu Personalengpässen in ohnehin überlasteten Grundschulen. Nach den neuen Regelungen müssen Kinder, die in frühen Sprachtests durchfallen, diese vorbereitenden Kurse besuchen. Doch viele Schulen, etwa in Solingen, sind bereits voll ausgelastet; teilweise werden Nachmittagsbetreuungen in Provisorien wie Containern untergebracht. Wo die zusätzlichen Räume für die ABC-Kurse herkommen sollen, ist noch unklar – die Initiative steckt damit weiterhin in der Planungsphase fest. Ein weiteres logistisches Problem stellt der Transport der jungen Kinder dar, die mehrmals pro Woche von Kitas zu Schulen gebracht werden müssten. Zudem leiden viele Grundschulen unter Lehrkräftemangel, was bereits jetzt zu häufigen Unterrichtsausfällen führt. Sozialpädagog:innen, die ohnehin unter Druck stehen, warnen, dass die Einführung der ABC-Kurse die allgemeine Bildungsqualität weiter verschlechtern könnte. Kritiker:innen werfen der Landesregierung vor, die Verantwortung einfach an die Kommunen abzuschieben, ohne ausreichend Mittel für neue Gebäude oder Personal bereitzustellen. Fachleute befürchten, dass das Programm die Grundschulen überlasten wird, statt das Problem an der Wurzel zu packen. Ohne zusätzliche Räume, qualifiziertes Personal oder ausreichende Finanzierung bleiben die ABC-Kurse ein undurchführbares Vorhaben. Sollte der Plan in der aktuellen Form umgesetzt werden, droht den Schulen eine noch größere Belastung. Ob die Initiative gelingt, hängt nun davon ab, ob das Land die drängenden Ressourcenlücken schließen kann.
