NRW setzt KI in allen Finanzämtern ein – Steuerbescheide werden schneller bearbeitet
Leokadia MansNRW setzt KI in allen Finanzämtern ein – Steuerbescheide werden schneller bearbeitet
Nordrhein-Westfalen (NRW) führt Künstliche Intelligenz in allen 104 Finanzämtern ein – das System soll routinemäßige Steuerbescheide beschleunigen. Nach einem einjährigen Pilotprojekt in vier Standorten wird die Technologie nun flächendeckend eingesetzt. Laut Behördenangaben verkürzt sie Bearbeitungszeiten und entlastet Mitarbeiter, die sich so auf komplexere Fälle konzentrieren können.
Erstmals getestet wurde die KI in Brühl, Bielefeld-Außenstadt, Hamm und Lübbecke. Nach erfolgreicher Erprobung erfolgte nun die landesweite Ausweitung. Die Software übernimmt vor allem einfache Steuererklärungen, etwa von Arbeitnehmern mit festem Einkommen, Standard-Rentenbeiträgen oder grundlegenden Kapitalerträgen.
NRW-Finanzminister Marcus Optendrenk betont, die KI mache die Steuerverwaltung effizienter und bürgerfreundlicher. Das Ministerium rechnet damit, dass sich die manuellen Prüfvorgänge um rund 800.000 Fälle landesweit verringern. Dadurch könnten Sachbearbeiter mehr Zeit in schwierige Steuerfälle investieren – statt in Routinekontrollen.
Die Landessteuerbehörde spricht von einem "Meilenstein der digitalen Steuerverwaltung" und einer "Win-Win-Situation". Der Bund der Steuerzahler Nordrhein-Westfalen hingegen sieht in der KI eine Weiterentwicklung bestehender Vorprüfverfahren. Die Organisation rät Bürgern dennoch, ihre Bescheide auch bei automatisierter Bearbeitung genau zu prüfen.
NRW ist das erste Bundesland, das KI systematisch im Risikomanagement für Einkommensteuererklärungen einsetzt. Ziel ist es, Abläufe zu straffen und Verzögerungen für Steuerzahler zu minimieren. Während des weiteren Rollouts wird die Leistung des Systems kontinuierlich überwacht.






