03 March 2026, 10:18

NRW verpasst Klimaziele: Wasserkraft stagniert trotz 517 Solaranlagen im Land

Eine Liniengrafik, die die erneuerbare Stromerzeugung nach Brennstoffart von 2000 bis 2040 zeigt, mit begleitendem Text.

Verband kritisiert Stillstand bei Wasserkraftausbau in NRW - NRW verpasst Klimaziele: Wasserkraft stagniert trotz 517 Solaranlagen im Land

Nordrhein-Westfalen: Kaum Zuwachs bei Wasserkraft im Jahr 2025 – Klimaziele in Gefahr

Nordrhein-Westfalen (NRW) verzeichnete 2025 kaum Wachstum bei der Wasserkraft, obwohl das Land über 517 bestehende Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von knapp 191 Megawatt verfügt. Der Landesverband Erneuerbare Energien NRW (LEE NRW) zeigte sich besorgt und bezeichnete den Stillstand als Rückschlag für die Klimaschutz- und Energie-ziele des Bundeslandes.

Bundesweit entstanden zwischen 2021 und 2025 rund 250 neue Mini-Wasserkraftwerke – jeweils mit einer Leistung von unter einem Megawatt. Bayern führte mit etwa 90 Anlagen, gefolgt von Baden-Württemberg (70) und Sachsen (40). In NRW ging jedoch nur eine solche Anlage in Betrieb: ein 26-Kilowatt-Kraftwerk in Düren. Größere Wasserkraftprojekte wurden im Land gar nicht fertiggestellt.

Als Hauptgründe für die Stockung nennen Fachleute langwierige Genehmigungsverfahren und Widerstände von Naturschutzverbänden. Selbst der Entwurf der Landeswasserstrategie sieht vor, den Rückbau von Flusssperren zu beschleunigen – eine Maßnahme, die das Potenzial der Energieerzeugung weiter einschränken könnte. Gleichzeitig bleiben geeignete Standorte an Flüssen wie Lippe, Rur und Werre ungenutzt.

LEE-NRW-Vorsitzender Hans-Josef Vogel kritisierte die Stagnation scharf: Sie untergrabe die Ambitionen des Landes im Bereich erneuerbare Energie. Zum Vergleich: Die gesamte Wasserkraftleistung in NRW liegt bei weniger als einem Fünftel der 1.100-Megawatt-Kapazität des Kohlekraftwerks Datteln 4.

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Der Stillstand beim Ausbau der Wasserkraft lässt NRW hinter anderen Bundesländern zurückfallen. Da die bestehenden Anlagen ohnehin nur einen bescheidenen Beitrag zur Energieversorgung leisten, gefährdet das Fehlen neuer Projekte die Fortschritte hin zu sauberer Stromerzeugung. Die Behörden stehen nun unter Druck, die verzögerten Genehmigungsverfahren und politischen Konflikte zu lösen, die die Entwicklung blockieren.