20 February 2026, 16:09

NRW zeigt extreme Vermögenskluft: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer

Ein Liniendiagramm, das die Anzahl der armen Menschen und die Armutsquote von 1959 bis 2005 zeigt, mit begleitendem Text.

NRW zeigt extreme Vermögenskluft: Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer

Vermögensungleichheit in deutschland** hat sich in den letzten zehn Jahren verschärft – besonders ausgeprägt zeigt sich dies in Nordrhein-Westfalen (NRW). Neue Zahlen belegen, dass die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung die Hälfte aller Erbschaften erhalten, während sich die übrige Bevölkerung die andere Hälfte teilt. Gleichzeitig machen steigende Lebenshaltungskosten und stagnierende Einkommen vor allem älteren Menschen und Geringverdienern zu schaffen.

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In NRW hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich seit 2014 deutlich vertieft. Die Ärmsten der obersten 10 Prozent verdienen mittlerweile fast viermal so viel im Monat wie die Reichsten der untersten 10 Prozent – vor einem Jahrzehnt lag dieser Faktor noch bei 3,66. Auch die Vermögenskonzentration in der Region übertrifft den Bundesdurchschnitt: Die reichsten 10 Prozent besitzen rund 60 Prozent des Privatvermögens, während es in ganz deutschland 56 Prozent sind. Hohe Immobilienpreise in Städten wie Köln und Düsseldorf verstärken diese Schieflage, auch wenn detaillierte regionale Vergleiche weiterhin begrenzt sind.

Die Zahl der Millionäre in NRW ist stark angestiegen und hat sich von 4.264 im Jahr 2013 auf 7.871 im Jahr 2021 nahezu verdoppelt. Gleichzeitig ist die Armutsquote gestiegen: 17,8 Prozent der Bevölkerung gelten mittlerweile als armutsgefährdet – 2014 waren es noch 16,2 Prozent. Auch ältere Menschen sind zunehmend betroffen: Der Anteil der über 66-Jährigen, die auf Grundsicherung angewiesen sind, stieg von 4,1 Prozent im Jahr 2015 auf 5,3 Prozent im Jahr 2024.

Die Stimmung in der Bevölkerung spiegelt die Belastung wider. Nur noch ein Drittel der Deutschen hält das Land für gerecht, während 62 Prozent deutschland als ungerecht empfinden – ein Unmut, der seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr so ausgeprägt war. Viele machen die wachsende soziale Spaltung dafür verantwortlich, 35 Prozent verweisen explizit auf die extremen Unterschiede zwischen Arm und Reich. Zwar hat sich die Inflation zu Beginn des Jahres 2026 auf 2,1 Prozent abgeschwächt, doch die Preise für Grundnahrungsmittel wie Eier, Obst und Fleisch bleiben hartnäckig hoch.

Die Daten zeichnen ein klares Bild: Vermögen in NRW – und in ganz deutschland – ballt sich zunehmend bei einer kleinen Elite. Mit einem Gini-Koeffizienten von etwa 0,81 gehört die Vermögensverteilung hier zu den ungleichsten weltweit. Während die Lebenshaltungskosten steigen und die Einkommen stagnieren, kämpfen immer mehr Menschen mit finanzieller Unsicherheit – gleichzeitig wächst die Zahl der Spitzenverdiener weiter.