Ott will NRW-Schulsystem radikal vereinfachen: Nur noch zwei Schulformen ab 2032
Marie-Theres SegebahnOtt will das NRW-Schulwesen radikal umkrempeln - Ott will NRW-Schulsystem radikal vereinfachen: Nur noch zwei Schulformen ab 2032
Jochen Ott, Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027 in Nordrhein-Westfalen, hat eine grundlegende Reform des Schulsystems des Landes vorgeschlagen. Sein Plan sieht vor, die bisherige mehrgliedrige Struktur auf nur noch zwei Optionen zu reduzieren: Gymnasium oder Gesamtschule. Ott argumentiert, das bestehende System sei zu komplex und benachteilige zu viele Schülerinnen und Schüler.
Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen eine Vielzahl von Schulformen, darunter Hauptschulen, Realschulen, Sekundarschulen, Berufskollegs sowie Modellversuche wie Gemeinschaftsschulen und Primus-Schulen. Ott ist überzeugt, dass diese Vielfalt zu Verwirrung führt und jährlich viele Kinder auf Schulen mit niedrigerem Bildungsabschluss verwiesen werden. Seine Reform würde das System bis 2032 straffen, sodass Schülerinnen und Schüler nach der Grundschule entweder ein Gymnasium oder eine Gesamtschule besuchen.
Die Änderungen würden nicht sofort für bereits eingeschulte Kinder gelten. Ott betonte, dass diese ihren gewählten Bildungsweg ohne Unterbrechung abschließen könnten. Zugleich räumte er ein, dass das Schicksal des Primus-Programms – das seit 2013/2014 in Minden, Münster, Schalksmühle, Titz und Viersen läuft – im Rahmen des neuen Modells überprüft werden müsste. Darüber hinaus kündigte Ott an, im Falle seiner Wahl 'handyfreie Vormittage' an Schulen einzuführen. Die Maßnahme zielt darauf ab, analoges Lernen zu fördern und die Bildschirmzeit von Kindern zu reduzieren. Er kritisierte die aktuelle Landesregierung dafür, strittige Bildungsentscheidungen den Kommunen zu überlassen, und forderte, ein von der SPD geführtes Land müsse hier selbst Verantwortung übernehmen. Statistiken zeigen, dass derzeit jeder fünfte Schulabgänger in NRW nicht über die Qualifikationen verfügt, um direkt eine Berufsausbildung zu beginnen. Otts Reformen sollen diese Lücke schließen, indem sie die Bildungswege vereinfachen und die Abschlussquoten verbessern.
Die geplanten Änderungen würden einen tiefgreifenden Wandel im nordrhein-westfälischen Schulsystem bedeuten: Statt einer Vielzahl von Schulformen gäbe es künftig nur noch zwei Optionen. Bei einer Umsetzung träten die Reformen bis 2032 in Kraft, wobei bestehende Schülerinnen und Schüler ihre aktuellen Bildungsgänge abschließen könnten. Der SPD-Plan umfasst zudem strengere Regeln für die Handynutzung in Schulen, um konzentriertes Lernen zu fördern.
