05 February 2026, 17:41

"Paradies" in Hamburg: Wie Neuwirth und Jelinek die Opernwelt elektrisieren

Ein Plakat, das das Théâtre de l'Opéra in Paris bewirbt, zeigt eine Frau in einem gelben Kleid umgeben von anderen Menschen mit Text darauf.

"Paradies" in Hamburg: Wie Neuwirth und Jelinek die Opernwelt elektrisieren

Hamburgs Staatsoper präsentiert Paradies – ein mutiges neues Werk der Komponistin Olga Neuwirth und der Schriftstellerin Elfriede Jelinek

Die Uraufführung des als "operngrotesk" beschriebenen Werks Paradies erntete begeisterten Applaus und setzt einen Höhepunkt in der aktuellen Spielzeit des Hauses. Gleichzeitig sorgt eine Petition zum Erhalt des Lateinunterrichts für Diskussionen, wobei die behauptete Unterstützung durch Prominente auf Skepsis stößt.

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Für Paradies versammelte sich ein hochkarätiges Kreativteam: Titus Engel dirigierte die Staatsphilharmonie bei der Aufführung von Neuwirths Partitur, während Georg Nigl die Hauptrolle auf der Bühne übernahm. Regie führte Tobias Kratzer, unterstützt von Rainer Sellmaiers markantem Bühnenbild. Die Premiere fiel zudem mit dem Amtsantritt der neuen künstlerischen Leitung unter dem beauftragten Intendanten zusammen.

Parallel dazu entfacht sich online eine weitere kulturelle Debatte: Die Petition "Latein ist kein Luxus – es ist Bildung" hat bereits Unterschriften von prominenten Persönlichkeiten gesammelt, darunter der Nobelpreisträger Peter Handke. Allerdings stellten sich frühere Berichte, wonach drei Nobelpreisträger die Kampagne unterstützen, als falsch heraus. Laut öffentlichen Unterlagen hatten bis Februar 2026 keiner der zunächst genannten Laureaten unterzeichnet. Die Petition bleibt auf aufstehn.at zur Zeichnung offen und findet Zuspruch bei Schriftstellern, Ärzten, Politikern und Schauspielern.

Neuwirths und Jelineks Paradies hat sich als herausragendes Ereignis im Hamburger Kulturkalender etabliert. Der Erfolg der Oper steht im Kontrast zur anhaltenden Diskussion um den Lateinunterricht, bei der die behauptete hochkarätige Unterstützung revidiert werden musste. Beide Themen zeigen, wie sich Kunst, Bildung und gesellschaftliches Engagement im frühen Jahr 2026 überschneiden.