Petition gegen Förderkürzungen: Schulen kämpfen um Antirassismus-Projekte und queere Jugendliche
Annerose KensyPetition gegen Förderkürzungen: Schulen kämpfen um Antirassismus-Projekte und queere Jugendliche
Ein Bündnis von Organisationen hat eine Petition mit dem Titel "Schulen nehmen Stellung" gestartet, um Lehrkräfte zu unterstützen, die sich gegen Diskriminierung und Hass in Klassenzimmern engagieren. Der Vorstoß erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem rund 200 Initiativen und NGOs – viele von ihnen auf Antirassismus und die Stärkung queerer Jugendlicher spezialisiert – bis Ende des Jahres ihre Bundesförderung verlieren könnten. Pädagog:innen warnen, dass die Kürzungen die Bemühungen im Kampf gegen rechtsextreme Tendenzen schwächen und demokratische Werte untergraben werden.
Am Genoveva-Gymnasium in Köln leitet der Geschichtslehrer Felix Bjerke das Programm "Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage". In seinen Workshops geht es um Antirassismus, Extremismusprävention, die Sensibilisierung für Antisemitismus und das Entlarven von Verschwörungstheorien. Rund 90 Prozent der Schüler:innen der Schule haben einen Migrationshintergrund – Initiativen wie diese sind hier besonders wichtig.
Bjerke arbeitet mit Gruppen wie "180 Grad Wende" und "Transaidency" zusammen, die ebenfalls von den Förderkürzungen bedroht sind. Viele dieser Projekte zielen auf die Stärkung queerer Jugendlicher ab oder setzen sich gegen rassistische und ethnische Diskriminierung ein. Betroffen sind auch langfristige Programme, darunter das "Demokratiefest" des Kölner Jugendrats.
Ein großer Teil der gefährdeten Initiativen ist in Ostdeutschland angesiedelt, wo der Einfluss rechtsextremer Kräfte gewachsen ist. Lehrkräfte zögern bereits, kontroverse Themen im Unterricht zu behandeln, aus Sorge, gegen die politische Neutralitätspflicht zu verstoßen. Maike Finnern, Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), betont, dass die Streichung der Mittel zentrale Strukturen zerstört, die für die Abwehr von Extremismus und den Schutz der Demokratie unverzichtbar sind.
Die Petition "Schulen nehmen Stellung" will die Förderkürzungen zurückdrängen und Lehrkräften klarere Rückendeckung geben. Ohne Gegenwehr verlieren bis Dezember über 200 Projekte ihre finanziellen Mittel. Schulen wie das Genoveva-Gymnasium könnten dann Schwierigkeiten bekommen, Programme fortzuführen, die sich mit Diskriminierung und Extremismus im Klassenzimmer auseinandersetzen.






