14 June 2026, 04:29

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Banken gesetzliche Freibeträge ignorieren

Telefonische Sprechstunden        Caritas setzt sich mit P-Konten auseinander

Pfändungsschutzkonten versagen: Warum Banken gesetzliche Freibeträge ignorieren

Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung warnt vor Mängeln bei Pfändungsschutzkonten

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung (BAG-S) macht auf anhaltende Probleme mit den deutschen Pfändungsschutzkonten (P-Konten) aufmerksam. Während ihrer Aktionswoche Schuldnerberatung vom 15. bis 19. Juni weist die Organisation auf Systemfehler hin, die viele Menschen vom Zugang zu dringend benötigten Geldern abschneiden. Banken sperren oft sofort das gesamte Guthaben auf einem Girokonto, sobald ein Pfändungsbeschluss vorliegt – obwohl gesetzliche Freigrenzen gelten.

Pfändungsschutzkonten sollen eigentlich einen gesetzlich festgelegten monatlichen Freibetrag für Kontoinhaber sichern. Doch Finanzinstitute setzen diese gesetzlichen Ausnahmen häufig nicht rechtzeitig um. Die Folge: Gelder bleiben blockiert, was für Betroffene erhebliche Notlagen schafft. Ohne schnelle Hilfe durch Banken, Beratungsstellen oder Behörden können Menschen vorübergehend den Zugang zu Mitteln verlieren, die sie für grundlegende Lebenshaltungskosten benötigen.

Die Caritas Kempen-Viersen, die Schuldnerberatungsstellen in Viersen, Dülken und Schwalmtal betreibt, berichtet von regelmäßigen Verzögerungen bei der Umstellung von Konten in den pfändungsgeschützten Status. Simone Stahn-Florian, Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, fordert nun stärkere politische Maßnahmen, um diese Missstände zu beheben. Monatlich sind in Deutschland zwischen 300.000 und 350.000 Konten von Pfändungen betroffen.

Im Rahmen der Aktionswoche bietet Elisabeth Mankertz, ebenfalls Schuldnerberaterin bei der Caritas Viersen, am 18. Juni von 11 bis 12 Uhr eine Telefon-Sprechstunde an.

Das aktuelle System setzt viele Menschen unnötig finanzieller Instabilität aus, weil Freibeträge zu langsam bearbeitet werden. Beratungsstellen drängen weiterhin auf Reformen, um einen zeitnahen Schutz für gepfändete Konten zu gewährleisten. Die Aktionswoche soll das Bewusstsein für diese anhaltenden Probleme schärfen und zu konkreten Lösungen anregen.

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