Rosenmontagsumzüge 2026: Satire trifft Politik auf Kölner und Düsseldorfer Straßen
Annerose KensySo prächtig und politisch war der Karneval schon lange nicht mehr - Rosenmontagsumzüge 2026: Satire trifft Politik auf Kölner und Düsseldorfer Straßen
Die Rosenmontagsumzüge in Köln und Düsseldorf haben auch in diesem Jahr wieder riesige Menschenmassen angezogen – dank ihrer einzigartigen Mischung aus Tradition und beißendem Spott. Am 16. Februar bildeten die Veranstaltungen den Höhepunkt der Straßenkarnevalsfeiern in beiden Städten. Tausende Schaulustige versammelten sich, um Wagen zu bestaunen, die niemandem etwas schenkten: weder Weltpolitikern noch heimischen Spitzenpolitikern.
Die diesjährigen Umzüge präsentierten rund 20 bis 21 politische Motivwagen in Köln und 13 in Düsseldorf. Jeder war über Monate hinweg entworfen worden, um mit scharfer Zunge aktuelle Themen aufzugreifen. Zu den Zielscheiben zählte Wladimir Putin, der als Steuermann einer AfD-Drohne dargestellt wurde und gemeinsam mit Donald Trump Europa verschlang. Ein weiterer Wagen zeigte das iranische Mullah-Regime, das in Blut zerfloss, während Ali Chamenei Demonstranten "verspeiste".
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz blieb nicht verschont: Er wurde auf einem fossilen Dinosaurier reitend karikiert – neben Markus Söder. Die AfD und selbst die "dämonische Auferstehung" Jeffrey Epsteins wurden auf die Schippe genommen. Die Wagen setzten sich mit globalen Konflikten wie dem Ukraine-Krieg, der US-Politik und der Klimapolitik auf ungewöhnlich direkte Weise auseinander.
Der Besuch des Rosenmontagszugs ist für Hunderttausende in der Region längst eine jährliche Tradition. Die Veranstaltung verbindet spektakuläre Unterhaltung mit gesellschaftlicher Kritik und festigt so ihren Platz als Aushängeschild der rheinischen Karnevalskultur.
Die Umzüge 2026 unterstrichen einmal mehr die Rolle des Karnevals als Plattform für mutige politische Äußerungen. Mit ihrer schonungslosen Satire spiegelten die Wagen öffentliche Frustrationen über Krieg, klimapolitische Untätigkeit und politische Skandale wider. Die Tradition, Macht mit Humor herauszufordern, lebt in Köln und Düsseldorf weiter – ungebrochen und lebendiger denn je.
