07 January 2026, 17:29

Schließfach-Debatte: Warum die Polizei strengere Banken-Kontrollen gegen Geldwäsche fordert

Eine hölzerne Oberfläche hält Münzen, ein schwarzes Tuch mit Karten und ein Glas mit Flüssigkeit.

Kriminalermittler fordern Kontrollmechanismen für Schließfächer - Schließfach-Debatte: Warum die Polizei strengere Banken-Kontrollen gegen Geldwäsche fordert

Die Bund Deutsche Kriminalbeamte (BDK) fordert schärfere Kontrollen für Schließfächer, um Geldwäsche effektiver zu bekämpfen. Wie Oliver Huth, Landesvorsitzender der BDK in Nordrhein-Westfalen, betont, ermögliche die derzeitige mangelnde Überwachung Kriminellen, Bargeld unentdeckt zu verstecken. Seine Forderung kommt nach einem spektakulären Coup in Gelsenkirchen, bei dem Diebe fast alle 3.250 Schließfächer einer Sparkassenfiliale ausraubten.

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Der Einbruch in Gelsenkirchen wurde am 29. Dezember entdeckt, nachdem ein Feueralarm die Behörden alarmiert hatte. Die Täter hatten sich vom Archivraum aus durch den Tresor gebohrt und möglicherweise über mehrere Tage hinweg Wertgegenstände entwendet. Während der Inhalt der gestohlenen Fächer weiterhin unbekannt bleibt, warnt Huth seit Langem vor den Risiken unkontrollierter Bargeldlagerung. So fand er einst 300.000 Euro im Schließfach einer Kindergärtnerin – ein Indiz dafür, dass manche Nutzer das System ausnutzen.

Aktuell haben Banken keine Möglichkeit zu überprüfen, was in den Schließfächern aufbewahrt wird. Zwar unterliegen die Institute internen Kontrollen, doch nach EU-Geldwäscherichtlinien bleiben die Fächer weitgehend ungeregelt. In Deutschland müssen Banken zwar eigene Prüfmechanismen einführen, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) überwacht werden. Doch Huth hält dies für unzureichend. Er argumentiert, es gebe keinen nachvollziehbaren Grund, Bargeld in einem Schließfach statt auf einem Sparkonto zu lagern – legitime Wertgegenstände wie Erbstücke erforderten schließlich keine Geheimhaltung.

Ein Anwalt betroffener Kunden wies Vorwürfe zurück, in den ausgeraubten Fächern hätten illegale Gelder gelegen. Viele Kunden hätten den rechtmäßigen Besitz ihrer Einlagen nachweisen können und damit Spekulationen über kriminelle Machenschaften entkräftet. Huth jedoch besteht darauf, dass es unter den Schließfachnutzern "schwarze Schafe" gebe, die organisierter Kriminalität Tür und Tor öffneten.

Der Gelsenkirchener Coup hat die Debatte um die Regulierung von Schließfächern neu entfacht. Ohne strengere Kontrollen befürchten die Behörden, dass solche Einrichtungen weiterhin für Geldwäsche missbraucht werden. Die Vorschläge der BDK könnten zu verschärften Auflagen führen – doch Banken und Kunden sind uneins, ob eine Reform wirklich notwendig ist.