Seltene Amateurfilme zeigen Westfalen unter dem Hakenkreuz in Gütersloh
Marie-Theres SegebahnSeltene Amateurfilme zeigen Westfalen unter dem Hakenkreuz in Gütersloh
Ein neuer Dokumentarfilm, der seltene Einblicke in den Alltag unter der NS-Herrschaft gewährt, wird im Januar in Gütersloh gezeigt."Unter dem Hakenkreuz: Westfalen 1933–1945 in Amateurfilmen" stützt sich auf über 60 private Aufnahmen, um zu zeigen, wie Familien, Feiern und die Veränderungen im Kriegsverlauf die Region prägten. Die Veranstaltung findet am 27. Januar 2023 um 19:00 Uhr im Volkshochschulzentrum Gütersloh (VHS)* statt.
Der Film ist in zehn Kapitel unterteilt und verbindet alltägliche Szenen mit der zunehmenden Durchdringung des Lebens durch die NS-Ideologie. Die Aufnahmen zeigen Familienfeste, öffentliche Veranstaltungen und die schleichende Militarisierung der Gesellschaft. Die Veranstalter betonen, dass diese Amateurfilme eine einzigartige Perspektive bieten: Sie zeigen, wie normale Menschen diese Zeit erlebten.
Die Vorstellung entsteht in Zusammenarbeit der VHS Gütersloh, des Stadtarchivs und des LWL-Medienzentrums für Westfalen. Dr. Ralf Springer vom LWL-Medienzentrum wird den Film einleiten und im Anschluss eine Diskussion moderieren. Sowohl Dr. Mariella Gronenthal, stellvertretende VHS-Leiterin, als auch die Stadtarchivarin Julia Kuklik heben die Bedeutung hervor, diese Geschichte zugänglich zu machen. Gronenthal sieht es als essenziell an, dass sich die Öffentlichkeit mit solchem Material auseinandersetzt, während Kuklik lokale Geschichte als zentrales Werkzeug für Bildung und Dialog begreift.
Interessierte werden gebeten, sich vorab anzumelden; spontane Besucher können bei freien Plätzen jedoch teilnehmen. Ziel der Veranstaltung ist es, anhand direkter zeitgenössischer Bilder über diese schwierige Epoche nachzudenken.
Der Dokumentarfilm ermöglicht es, Geschichte durch die Augen derer zu sehen, die sie erlebt haben. Nach der Vorführung lädt eine geführte Diskussion zum Austausch und zu Fragen ein. Die Kooperation lokaler Einrichtungen sorgt dafür, dass das Angebot sowohl informativ als auch offen für die gesamte Bevölkerung ist.
