20 April 2026, 12:33

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Debatte über Literaturkritik in der ARD

Ein altes Buchcover mit einem Mann in einem Anzug, der in einem Stuhl sitzt und nachdenklich schaut, und einer Frau, die neben ihm steht und nachdenklich aussieht, mit der Überschrift "Die Macht der öffentlichen Meinung" auf der Seite.

Sexismus-Vorwürfe gegen Denis Scheck entfachen Debatte über Literaturkritik in der ARD

Eine hitzige Debatte über Sexismus in der Literaturkritik ist entbrannt, nachdem Denis Scheck, Moderator der ARD-Sendung Druckfrisch, für seine scharfen Rezensionen von Büchern weiblicher Autorinnen in die Kritik geraten ist. Der Streit begann, als die Schriftstellerinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy seine abwertenden Äußerungen öffentlich anprangerten. Mittlerweile haben sich auch Rundfunkanstalten und Kolleg:innen aus der Branche in die Diskussion eingeschaltet.

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Auslöser der Kontroverse war Schecks markante, oft ungeschönte Kritikmethode, bei der er Bücher, die ihm nicht gefallen, während der Sendung durch eine Rutsche in den Müll befördert. Sophie Passmann verurteilte seine Bewertung ihres Werks als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Ildikó von Kürthy reagierte später in der Zeit und erklärte, sie werde sich zu einer solchen Behandlung nicht länger schweigen.

Die ARD verteidigte die Sendung und betonte, das Geschlecht spiele bei den literarischen Bewertungen keine Rolle. Der Sender verwahrte sich zudem gegen Vorwürfe der Frauenfeindlichkeit und hob die bedeutende Rolle von Autorinnen in der Literatur hervor. Eine interne Prüfung ergab, dass Scheck in der jüngsten Folge sogar mehr Bücher von Frauen gelobt als kritisiert habe.

Unterdessen mischte sich auch die Schriftstellerin Elke Heidenreich in die Debatte ein. In einem eigenen Essay für die Zeit kritisierte sie sowohl Schecks Vorgehen als auch den Umgang der ARD mit dem Vorfall. Scheck hingegen beharrt darauf, dass sich seine Kritik ausschließlich auf die Bücher selbst beziehe – nicht auf deren Autor:innen oder Leser:innen.

Der Streit hat die literarische Sendung der ARD in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Während der Sender an seinen Methoden festhält, haben die beteiligten Autorinnen deutlich gemacht, dass sie Schecks Stil ablehnen. Wie die Auseinandersetzung ausgeht, könnte beeinflussen, wie literarische Kritik künftig im öffentlichen Fernsehen präsentiert wird.

Quelle