Solingen diskutiert Obdachlosigkeit: Wie Sicherheit und Menschlichkeit vereint werden können
Leokadia MansSolingen diskutiert Obdachlosigkeit: Wie Sicherheit und Menschlichkeit vereint werden können
SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Solingen fordern klarere Regeln zum Umgang mit Obdachlosigkeit im öffentlichen Raum. Ihre Anfragen werden in der nächsten Bezirksratssitzung thematisiert. Im Mittelpunkt stehen rechtliche Rahmenbedingungen, Zuständigkeiten und Unterstützungsangebote für Menschen ohne Wohnraum.
Besonders umstritten ist der Fußgängerunterführung am Solinger Hauptbahnhof. Viele Nutzer:innen berichten, sich dort unsicher oder durch obdachlose Menschen belästigt zu fühlen. Die SPD-Fraktion in Ohligs/Aufderhöhe/Merscheid drängt nun auf eine konstruktive Debatte, wie diesen Sorgen begegnet werden kann.
Anwohner:innen haben wiederholt Unbehagen über Verhaltensweisen in Verbindung mit Obdachlosen in der Unterführung geäußert. Einige beschreiben, sich beim Durchqueren gestört oder eingeschüchtert zu fühlen. Die SPD erkennt diese Bedenken an, betont jedoch gleichzeitig, dass obdachlose Menschen mit Respekt behandelt werden müssten.
Die Fraktionsvorsitzende Susann Katzinski pocht darauf, dass verlässliche Fakten die Grundlage für nachhaltige Entscheidungen seien. Ohne klare Daten ließen sich keine langfristigen Lösungen entwickeln, argumentiert sie. Gleichzeitig erkennt die SPD an, dass die schwierigen Lebensumstände viele Obdachlose zwingen, in der Unterführung Schutz zu suchen.
Die Regelungen für öffentliche Räume in Solingen werden durch die städtische Straßenverordnung festgelegt, die in die Zuständigkeit des Stadtrats und seiner Ausschüsse fällt – nicht des Bezirksrats. Für die Unterführung selbst sind vor allem das Verkehrs- und Straßenbauamt, der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) sowie die Deutsche Bahn AG oder ihre lokalen Betreiber entscheidend. Diese Akteure teilen sich die Verantwortung für die Verbesserung der Sicherheit und des Wohlbefindens der Fußgänger:innen am Bahnhof.
Ziel der SPD ist es, die Sicherheit von Pendler:innen mit der Unterstützung obdachloser Menschen in Einklang zu bringen. Mit ihren Anfragen will die Partei klären, wer für Kontrollen, Hilfsangebote und langfristige Verbesserungen in dem Bereich zuständig ist.
In der nächsten Bezirksratssitzung geht es um die rechtlichen und praktischen Herausforderungen der Obdachlosigkeit in Solingens öffentlichen Räumen. SPD und Grüne hoffen, klarere Zuständigkeiten für Unterstützungsleistungen und Ordnungsmaßnahmen zu schaffen. Im Fokus bleibt dabei, die Sicherheit aller Nutzer:innen der Unterführung zu gewährleisten – bei gleichzeitiger Hilfe für diejenigen, die sie am dringendsten benötigen.
