05 March 2026, 20:33

Solingens Stadtrat entscheidet über umstrittene Gewerbegebiete – Wirtschaft gegen Naturschutz

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße in Hong Kong, mit Schildern und Plakaten, mit Bäumen, glasverkleideten Gebäuden, Fahrzeugen und Schildern auf beiden Seiten.

Solingens Stadtrat entscheidet über umstrittene Gewerbegebiete – Wirtschaft gegen Naturschutz

Solingens Stadtrat steht vor richtungsweisender Abstimmung über neue Gewerbe- und Industriegebiete

Die Stadt Solingen bereitet eine grundlegende Kursänderung in der Flächenpolitik vor: Auf Druck der SPD soll die Ausweisung neuer Gewerbe- und Industriegebiete vorangetrieben werden, um die wirtschaftliche Entwicklung zu fördern. Doch Anwohner und Umweltschützer leisten Widerstand gegen die Pläne.

Im Mittelpunkt steht der Masterplan Arbeit und Wirtschaft der SPD, der darauf abzielt, neue Unternehmen anzusiedeln und bestehenden Betrieben Expansionsmöglichkeiten zu bieten. Dafür setzt sich die Partei für die Umwidmung weiterer Flächen ein. Drei Gebiete hat die Stadt bereits konkret ins Visier genommen: Schrodtberg, Fürkeltrath II und Piepersberg-West. Die endgültige Entscheidung wird der Stadtrat am 5. März 2026 beraten.

Besonders im Stadtteil Stöcken formiert sich bereits Widerstand: Anwohner wehren sich gegen die Umwidmung eines zehn Hektar großen Feldes in der Nähe eines ehemaligen Sportplatzes. Gleichzeitig haben Bündnis 90/Die Grünen eine Online-Petition mit dem Titel "Stopp der Versiegelung Solingens" gestartet – innerhalb von nur sechs Tagen unterschrieben bereits fast 1.900 Menschen.

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Die SPD, die solche Erweiterungen früher noch ablehnte, argumentiert nun, dass neue Gewerbegebiete für das Wirtschaftswachstum unverzichtbar seien. Kritiker warnen hingegen vor weiterem Verlust von Grünflächen und Ackerland.

Die anstehende Abstimmung wird zeigen, ob Solingen die drei geplanten Industriegebiete umsetzt. Eine Zustimmung könnte die wirtschaftliche Struktur der Stadt nachhaltig verändern – würde aber auch die Debatte um die Flächennutzung weiter anheizen. Die Entscheidung des Rates wird von Unternehmensvertretern wie Umweltschützern mit Spannung erwartet.

Quelle