Solinger Eltern kämpfen gegen drastische Kita-Essenpreiserhöhung von 44 Prozent
Tilo RohtSolinger Eltern kämpfen gegen drastische Kita-Essenpreiserhöhung von 44 Prozent
Eltern in Solingen stehen vor drastischen Erhöhungen der Kita-Essengebühren
Ab August steigen die monatlichen Kosten für Verpflegung in städtischen Kindertageseinrichtungen mit eigener Küche von 51,50 Euro auf 74,50 Euro – ein Anstieg um 44,6 Prozent. Viele Familien kritisieren die kurze Vorlaufzeit und die mangelnde Transparenz bei der Entscheidung.
Die letzten Gebührenanpassungen gab es 2019, seitdem blieb alles unverändert. Erst im Januar wurden die Eltern über die neuen Sätze informiert, was ihnen kaum Zeit zur Vorbereitung ließ. Besonders belastet sind Haushalte mit mittlerem Einkommen, die keinen Anspruch auf finanzielle Unterstützung wie das Bildungs- und Teilhabepaket haben.
Zwar erkennen die Eltern an, dass Kostensteigerungen manchmal notwendig sind, doch fordern sie eine klarere Kommunikation. Viele wünschen sich frühere Hinweise, um ihre Haushaltsplanung besser anpassen zu können. Elternvertretungen schlagen vor, Familien künftig früher einzubinden, die Gebühren schrittweise anzupassen und detaillierte Aufschlüsselungen der Kosten sowie der Qualitätsverbesserungen bereitzustellen.
Einige Familien hinterfragen zudem, warum die Entscheidung ohne nachvollziehbare Begründung getroffen wurde. Ohne regionale Preisvergleiche oder eine transparente finanzielle Begründung bleiben Bedenken hinsichtlich Fairness und Rechenschaftspflicht unbeantwortet.
Die Erhöhung tritt im August in Kraft und bedeutet eine monatliche Mehrbelastung von 23 Euro pro Kind. Die Eltern setzen sich nun für ein transparenteres und planbareres System in Zukunft ein. Die Stadt hat auf die Forderungen nach früherer Beteiligung oder gestaffelten Anpassungen bisher nicht reagiert.
