05 February 2026, 07:23

Solinger Schrodtberg: Ökostreit um geplantes grünes Industriegebiet eskaliert

Ein detaillierter Stadtplan mit einem grünen zentralen Bereich, der wahrscheinlich ein vorgeschlagener Entwicklungsstandort ist, umgeben von Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten.

Solinger Schrodtberg: Ökostreit um geplantes grünes Industriegebiet eskaliert

Pläne zur Umwandlung des Schrodtbergs in Solingen in ein grünes Industriegebiet sorgen für Aufsehen. Die Grünen warnen, dass die Bebauung die ökologische Funktion des Gebiets zerstören und frühere Zusagen an die Anwohner brechen würde. Aktuelle Bestrebungen der SPD, die gewerbliche Erschließung voranzutreiben, stoßen auf scharfe Kritik.

Anfang 2026 begann die SPD, die Pläne zur Entwicklung des Schrodtbergs als Gewerbegebiet neben Fürkeltrath II zu beschleunigen. Diese Kehrtwende erfolgt weniger als ein Jahr, nachdem dieselbe Partei gemeinsam mit den Grünen und der Linken neue grüne Flächen wie Buschfeld noch abgelehnt hatte. Der Kurswechsel widerspricht dem Solinger Masterplan Arbeit und Wirtschaft, der den Bürgern versichert hatte, dass lediglich das ehemalige Sportfeld im Schrodtberg für gewerbliche Zwecke genutzt werde – eine weitere Ausdehnung war damit ausgeschlossen.

Die Grünen verurteilen den Richtungswechsel als Vertrauensbruch. Die Bezirksvertreterin Helga Bisier betonte, dass die Umwandlung des Schrodtbergs in ein grünes Industriegebiet seine unverzichtbare Funktion als Biotop zunichtemachen würde. Das Gebiet bildet zusammen mit dem Fleußmühlental einen zentralen Teil des Solinger Grünzugs und ist Lebensraum für heimische Tierarten und Ökosysteme.

Dietmar Gaida, planungspolitischer Sprecher der Grünen, verwies auf die praktischen Herausforderungen eines Baus an den steilen Hängen des Schrodtbergs. Zudem rechnet er mit langwierigen juristischen Auseinandersetzungen, falls Anwohner gegen die Pläne klagen. Statt einer Ausweitung schlagen die Grünen vor, bestehende Gewerbeflächen in der Nähe des Birkenweiher zu nutzen.

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Die Partei fordert nun, den Schrodtberg sowie Stöcken, Piepersberg West und Fürkeltrath II als geschützte Landschaften auszuweisen. In einem Appell ruft sie die Stadt auf, bei allen künftigen Planungen Natur- und Klimaschutz Priorität einzuräumen.

Der Streit um die Zukunft des Schrodtbergs steht exemplarisch für den Konflikt zwischen ökologischen Belangen und wirtschaftlicher Entwicklung. Mögliche Klagen von Anwohnern könnten Bauvorhaben jahrelang blockieren. Die Grünen bestehen unterdessen auf eine nachhaltige Flächennutzung, die den ökologischen Wert des Gebiets bewahrt.