07 June 2026, 14:29

Sollen KI-Beauftragte an deutschen Schulen die digitale Zukunft gestalten?

Kein AI-Tool in Sicht - Ministerium bietet Lehrern 'Selbstlernkurs'

Sollen KI-Beauftragte an deutschen Schulen die digitale Zukunft gestalten?

Ein neuer Vorschlag sieht vor, in jeder deutschen Schule eine KI-Beauftragte oder einen KI-Beauftragten einzusetzen, um Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern in Fragen der künstlichen Intelligenz zu beraten. Die Stelle würde für Schulungen, die Gestaltung von Lehrplänen sowie die Einhaltung des Datenschutzes zuständig sein. Doch es gibt Bedenken hinsichtlich der Kosten, der genauen Aufgabenverteilung und der praktischen Umsetzbarkeit.

Kritiker argumentieren, dass bereits bestehende Online-Angebote Lehrkräften ausreichend Wissen über KI vermitteln. Gleichzeitig bleiben grundlegendere Probleme des Bildungssystems ungelöst – etwa veraltete Strukturen und mangelhafte Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte.

Die vorgeschlagene KI-Beauftragte soll als zentrale Ansprechperson für alle schulischen Akteure fungieren. Zu ihren Aufgaben gehörten die Konzeption schulinterner Fortbildungen, die Koordination fächerübergreifender Unterrichtsprojekte sowie die Organisation von Informationsveranstaltungen. Zudem würde sie alternative Prüfungsformate erproben und die Einhaltung datenschutzrechtlicher Vorgaben überwachen.

Stellt das Land ein KI-Werkzeug bereit, übernähme es auch die Verantwortung für Datensicherheit und die damit verbundenen Kosten. Dies könnte Lehrkräfte von finanziellen und rechtlichen Belastungen entlasten. Das Ministerium hat jedoch klargestellt, dass etwaige KI-Schulungen für Lehrkräfte außerhalb der regulären Arbeitszeit stattfinden müssten.

Eine zentrale Herausforderung ist der rechtliche Status der KI-Beauftragten. Der Vorschlag empfiehlt einen Beamtenstatus – doch die aktuellen Regelungen sehen dies nicht vor. Zudem teilte das Ministerium mit, dass Lehrkräfte, die KI-Kurse im Selbststudium absolvieren, keine offizielle Zertifizierung erhalten. Kritiker hinterfragen den Nutzen solcher Kurse und verweisen darauf, dass kostenlose Online-Materialien bereits die Grundlagen der KI abdecken.

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Die Debatte entsteht vor dem Hintergrund anhaltender Sorgen um das deutsche Bildungssystem. Der Bundeselternrat fordert dringende Reformen, um veraltete Schulstrukturen zu modernisieren. Gleichzeitig berichten Referendare, sie fühlten sich durch eine zu theorielastige Ausbildung schlecht auf den Schulalltag vorbereitet. Auch die Ausbildungsquoten in Kindergärten sind rückläufig – mit Bayern als Schlusslicht unter den Bundesländern.

Ziel des Vorschlags für KI-Beauftragte ist es, Fachwissen zu bündeln und Schulen zu entlasten. Doch der Erfolg hängt davon ab, ob rechtliche, finanzielle und organisatorische Hürden überwunden werden. Ohne umfassendere Reformen warnen Kritiker, dass Einzelmaßnahmen die tieferliegenden systemischen Probleme im Bildungssystem nicht lösen werden.

Lehrkräfte, Eltern und Bildungspolitiker diskutieren weiterhin, wie sich KI sinnvoll in den Schulalltag integrieren lässt – und wie dabei gleichzeitig praktische Unterstützung für die Klassenräume sichergestellt werden kann.

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