Streit um 26 Meter hohes Wohnprojekt in Bergisch Gladbach mit Bau-Turbo-Verfahren
Annerose KensyStreit um 26 Meter hohes Wohnprojekt in Bergisch Gladbach mit Bau-Turbo-Verfahren
Ein Projektentwickler hat in Bergisch Gladbach ein großes Wohnbauprojekt vorgeschlagen, das unter Nutzung des beschleunigten Genehmigungsverfahrens (Bau-Turbo) übliche Einschränkungen umgehen soll. Das Projekt sieht einen Doppelgebäude-Komplex entlang der Körtener Straße in der Nähe des Gewerbegebiets Strundepark vor. Bei Genehmigung würde es mindestens 30 Prozent Sozialwohnungen sowie eine Mischung aus Wohnungen und Gewerbeeinheiten umfassen.
Der geplante Komplex würde sich über Längen von 100 und 50 Metern erstrecken und eine Höhe von 26 Metern erreichen. Er bestünde aus einem achtgeschossigen Bau mit Tiefgarage, einem oberirdischen Parkdeck, vier Etagen für Wohn- und Gewerbenutzung sowie zwei versetzten Obergeschossen. Die Gebäude würden vom Kreisverkehr am Ende der Hauptstraße bis nahe zum zweiten Zugang des Industriegebiets Strundepark/Lochermühle verlaufen.
Unter normalen Vorschriften würde das Vorhaben aufgrund seiner Größe und der Wohnnutzung in einem Gewerbegebiet voraussichtlich abgelehnt. Der Entwickler setzt jedoch auf das Bau-Turbo-Schnellverfahren, das eine Realisierung trotz dieser Bedenken ermöglichen könnte. Stadtvertreter warnen, dass die Genehmigung eines 26 Meter hohen Gebäudes einen Präzedenzfall für künftige Projekte in der Region schaffen könnte.
Die Stadtverwaltung empfiehlt, das Gesamtvolumen des Projekts im Falle einer Umsetzung zu reduzieren. Zudem sollte der Gestaltungsbeirat einbezogen werden, um die Auswirkungen zu bewerten. Der Stadtplanungsausschuss wird den Vorschlag am 5. März beraten.
Das Schicksal des Projekts hängt von der Entscheidung des Ausschusses und der Frage ab, ob die beschleunigte Genehmigung die regulären Bebauungsvorschriften außer Kraft setzt. Bei einer Freigabe würde es eine beträchtliche Zahl an Wohnungen – darunter Sozialwohnungen – in das Gebiet bringen. Das Ergebnis könnte zudem beeinflussen, wie künftig mit Bauvorhaben in den Bergisch Gladbacher Gewerbegebieten umgegangen wird.
