Tarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Verdi droht mit Arbeitskampfmaßnahmen
Marie-Theres SegebahnTarifstreit im NRW-Nahverkehr eskaliert: Verdi droht mit Arbeitskampfmaßnahmen
Tarifverhandlungen für Beschäftigte im Nahverkehr Nordrhein-Westfalens festgefahren
Die Tarifgespräche für Beschäftigte im öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen sind gescheitert. Die erste Verhandlungsrunde endete am 21. Januar ohne Aussicht auf eine Einigung. Die Arbeitgeberseite legte kein konkretes Angebot vor, was bei den Gewerkschaftsvertretern auf Frustration stieß.
Die Gewerkschaft Verdi war mit Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen in die Verhandlungen gegangen. Zu den zentralen Punkten gehörten eine Verkürzung der Arbeitszeit ohne Lohnkürzungen, eine Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen den Schichten sowie ein 40-prozentiger Zuschlag für Sonntagsarbeit. Zudem forderten die Beschäftigten acht bezahlte Freistellungstage pro Jahr für gewerkschaftliche Aktivitäten sowie eine Ausweitung des Tarifvertrags auf kurzfristig Beschäftigte und Minijobber.
Die Arbeitgeber unterbreiteten in der ersten Runde kein offizielles Gegenangebot. Stattdessen kündigten sie an, eigene Forderungen in die nächste Verhandlungsrunde einzubringen. Verdi kritisierte den Stillstand scharf und verwies auf nicht mehr tragbare Arbeitsbelastungen und einen sich verschärfenden Fachkräftemangel.
Verhandelt wird über einen Rahmenvertrag mit einer Laufzeit von 24 Monaten. Lohnanpassungen sollen sich am Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) orientieren. Verdi hat die Belegschaft inzwischen über mögliche nächste Schritte informiert und hält weitere Arbeitskampfmaßnahmen für denkbar.
Da keine Lösung in Sicht ist, werden beide Seiten in künftigen Gesprächen erneut verhandeln. Die Arbeitgeber müssen nun Gegenvorschläge erarbeiten, bevor die Verhandlungen fortgesetzt werden. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Forderungen der Beschäftigten nach besseren Arbeitsbedingungen und höherer Bezahlung erfüllt werden.
