18 June 2026, 02:29

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung gestoppt – 60.000 Euro liegen brach

Deutsche Apotheken-Beamte verbieten Arzt-Cube in Apotheke

Telemedizin-Kabine in Winterberger Apotheke kurz vor Eröffnung gestoppt – 60.000 Euro liegen brach

Die Apothekerkammer der Region hat die Installation einer Telemedizin-Kabine des Anbieters Medivise in der Franziskus-Apotheke in Winterberg gestoppt. Die Entscheidung fiel nur einen Tag vor der feierlichen Wiedereröffnung der Apotheke. Die 60.000 Euro teure Kabine bleibt nun ungenutzt – das Geschäft steht damit vor einer ungewissen Zukunft.

Jürgen Schäfer, der Inhaber der Apotheke, hatte geplant, die Leitung zu Beginn des kommenden Jahres an seine angestellte Apothekerin Jasmin Ennulath zu übergeben. Die Apothekerkammer warnte Ennulath jedoch, dass ihr die Approbation entzogen werden könnte, falls sie die Installation der Kabine vorantreibe.

Die Kammer begründete ihre Haltung damit, dass eine Arztkabine innerhalb einer Apotheke gegen gesetzliche Vorschriften verstoße. Man befürchte, dies könnte zu unzulässigen Patientenzuweisungen führen. Medivise widerspricht dieser Einschätzung und betont, die Kabine erfülle sämtliche rechtlichen Anforderungen. Telemedizin in Apotheken sei gemäß § 129 Absatz 5h des Sozialgesetzbuchs sogar ausdrücklich erlaubt.

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Schäfer ist überzeugt, dass die Kabine den Apothekenalltag verbessern würde – etwa durch die Abwicklung von Folgeverordnungen oder die Vermeidung unnötiger Notaufnahme-Besuche. Doch das Verbot der Apothekerkammer hat das Projekt vorerst gestoppt. Die Kabine bleibt trotz ihrer Konformität mit bundesweiten Regelungen ungenutzt. Ob und wie die Apotheke künftig Telemedizin einsetzen darf, ist weiterhin offen.

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