04 February 2026, 13:23

Trump-naher US-Konzern übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid

Ein altes Aktienzertifikat der Standard Oil Company, das ein Gebäude und den Text 'Standard Oil Company' zeigt.

Trump-naher US-Konzern übernimmt Deutschlands größten Tanklagerbetreiber Tanquid

Deutschlands größter Tanklagerbetreiber Tanquid an US-Energiekonzern Sunoco verkauft

Der größte deutsche Tanklagerbetreiber Tanquid geht an das US-Energieunternehmen Sunoco. Der Deal folgt auf monatelange Prüfungen durch die Bundesregierung, die strenge Auflagen zum Schutz nationaler Interessen durchsetzte. Kritiker warnen jedoch, dass die Kontrolle eines mit Donald Trump verbundenen Konzerns über wichtige Infrastruktur Risiken berge.

Das Bundeswirtschaftsministerium genehmigte die Übernahme von Tanquid durch Sunoco – das Unternehmen verwaltet rund ein Fünftel der deutschen Tanklagerkapazitäten. Als Teil der Vereinbarung muss Tanquid seinen 49-Prozent-Anteil an der Pipelinegesellschaft FBG, die militärisches Kerosin an Bundeswehr-Flughäfen liefert, an den Staat zurückverkaufen. Die Regierung betont, dies garantiere die Versorgungssicherheit; bei Verstößen drohen durchsetzbare Sanktionen.

Sunoco gehört zu Energy Transfer, einem der größten US-Energiekonzerne. Dessen Vorstandschef Kelcy Warren ist ein bekannter Förderer von Donald Trumps Make America Great Again-Bewegung und ein enger Verbündeter des ehemaligen Präsidenten. Diese Verbindung befeuert den Widerstand: Greenpeace und der energiepolitische Sprecher der Grünen, Michael Kellner, warnen davor, kritische Infrastruktur an ein von fossilen Brennstoffen abhängiges ausländisches Unternehmen abzutreten.

Die Entscheidung der Regierung steht im Kontrast zu früheren Schritten, etwa dem Vorhaben 2024/25, die Kontrolle über norddeutsche Stromnetze von niederländischen Eigentümern zurückzugewinnen. Unter Kanzler Merz hatte Berlin für 25,1 Prozent an Tennet 7,6 Milliarden Euro ausgegeben – mit Verweis auf die Versorgungssicherheit. Im Fall Tanquid verbleiben zivile Energieanlagen wie Tanklager in Schwedt an der Oder jedoch in ausländischer Hand.

Kellner verwies auf frühere Kontroversen, etwa den Verkauf von Teilen des Hamburger Hafens an China während der Regierungsbeteiligung der Grünen. Er betonte, kritische Infrastruktur dürfe niemals ohne wasserdichte Schutzklauseln veräußert werden.

Die Tanquid-Übernahme wird unter strengen Auflagen vollzogen, wobei die Regierung die Aufsicht über militärisch relevante Pipelines behält. Sunocos Kontrolle über zivile Lagerstätten bleibt hingegen unangetastet. Der Deal unterstreicht die anhaltende Spannung zwischen wirtschaftlicher Offenheit und dem Schutz strategischer Assets.

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