Ulrike Malmendier verlässt Sachverständigenrat – und löst Kritik aus
Marie-Theres SegebahnUlrike Malmendier verlässt Sachverständigenrat – und löst Kritik aus
Die Spitzenökonomin Ulrike Malmendier, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, wird ihre Beratung nach nur zwei Jahren beenden. Ihr Rückzug folgt auf eine Entscheidung der Bundesregierung, ihre Amtszeit nicht zu verlängern. Der leitende Berater Jens Südekum kritisierte diesen Schritt scharf und bezeichnete ihn als ein negatives Signal für Wissenschaftler im ganzen Land.
Malmendier war 2022 in den Sachverständigenrat berufen worden und brachte mit ihrer Arbeit frische Impulse in die wirtschaftspolitischen Debatten ein. Ihre Ernennung galt als ein wichtiger Fortschritt für die Institution. Während ihrer Amtszeit schlug sie Reformen vor, darunter Änderungen bei den Regelungen zum vorzeitigen Renteneintritt.
Weder das Bundeswirtschaftsministerium noch das Bundeskanzleramt nannten klare Gründe für die Ablehnung ihrer Verlängerung. Medienberichten zufolge sprachen sich die Unionsparteien (CDU/CSU) gegen ihre weitere Mitgliedschaft aus; im Gespräch war sogar ein österreichischer Kandidat als möglicher Nachfolger.
Jens Südekum, Berater von Finanzminister Lars Klingbeil, bedauerte die Entscheidung. Er warnte, dass das abrupte Ende ihrer Tätigkeit andere führende Ökonomen davon abhalten könnte, sich in den öffentlichen Dienst einzubringen.
Mit Malmendiers Ausscheiden entsteht im Sachverständigenrat eine Lücke in der fachlichen Expertise. Die mangelnde Transparenz bei der Entscheidung wirft Fragen für künftige Berufungen auf. Ihr Rückzug unterstreicht zudem die Spannungen zwischen politischen Prioritäten und unabhängiger wirtschaftswissenschaftlicher Beratung.
