VAR-Fehler im DFB-Pokal: Warum die Diskussion um den Videobeweis neu entfacht ist
Annerose KensyVAR-Fehler im DFB-Pokal: Warum die Diskussion um den Videobeweis neu entfacht ist
VAR-Einsatz im DFB-Pokal sorgt für neue Diskussionen
Die Nutzung des Videobeweises (VAR) im deutschen Fußball-Pokal hat eine erneute Debatte ausgelöst. Ein jüngster Fehler im Spiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München brachte das Problem auf den Punkt, als ein klares Abseits übersehen und ein Tor gegeben wurde. Nun mehren sich die Forderungen, die Technologie bereits in früheren Runden des Wettbewerbs einzuführen – trotz finanzieller Hürden.
Der Streit begann während des Pokalduells zwischen Köln und Bayern. Ein offensichtliches Abseits wurde von den Schiedsrichter:innen auf dem Platz nicht erkannt, sodass der Treffer der Münchner zählte. Dieser Patzer befeuerte die Diskussionen über das Fehlen des VAR in den frühen Runden, in denen es um hohe Einsätze und beträchtliche Geldsummen geht.
Der ehemalige Schiedsrichter Jochen Drees plädiert dafür, den Videobeweis bereits ab der zweiten Runde einzusetzen. Doch die finanziellen Hindernisse bleiben bestehen. Die Grundkosten für den VAR in der Bundesliga und 2. Bundesliga liegen bei etwa 11 Millionen Euro pro Saison, wobei fast eine Million Euro allein für Personal ausgegeben wird. Umgelegt auf 612 Spiele ergibt das durchschnittlich knapp 20.000 Euro pro Partie – eine Ausgabe, die durch die Fernseheinnahmen für unterklassige Vereine nicht gedeckt wird.
Auch Bayern-Chef Max Eberl gehört zu den Befürwortern einer Änderung. Eine frühere Einführung des VAR würde jedoch von den Klubs außerhalb der DFL verlangen, in die Technologie zu investieren – was zusätzliche Kosten bedeutet. Zudem litt Eintracht Frankfurt ebenfalls unter einem VAR-Fehler beim 1:1 gegen Heidenheim, was die Debatte weiter anheizt.
Der Vorstoß für einen früheren Einsatz des Videobeweises im DFB-Pokal stößt auf praktische Schwierigkeiten. Ohne zusätzliche Finanzmittel können sich Vereine aus den unteren Ligen das System schlicht nicht leisten. Vorerst bleibt die Ausweitung der Technologie ungewiss – und wichtige Entscheidungen bleiben anfällig für menschliche Fehler.






