08 February 2026, 21:08

Velbert diskutiert Ganztagsbetreuung: Ist die Stadt für 2026 bereit?

Ein Plakat mit einer Karte der Vereinigten Staaten und Text über den Nationalen Ausschuss für Kinderarbeit, mit mehreren menschlichen Gesichtern dargestellt.

Velbert diskutiert Ganztagsbetreuung: Ist die Stadt für 2026 bereit?

Öffentliche Sitzung zur Ganztagsbetreuung an Grundschulen in Velbert

Am kommenden Donnerstag findet in Velbert eine öffentliche Sitzung zum Thema Ganztagsbetreuung an Grundschulen statt. Der Ausschuss für Schulen, Bildung und Kultur berät die Vorbereitungen auf den gesetzlichen Anspruch, der ab dem 1. August 2026 in Kraft tritt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, ab 17:00 Uhr im Velberter Rathaus an der Thomasstraße 1 an der offenen Sitzung teilzunehmen.

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Im Mittelpunkt der Diskussion steht die bundesweite Einführung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen, wobei die Umsetzung in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich voranschreitet. In Schleswig-Holstein laufen die Planungen für das Schuljahr 2026/27 nach Zeitplan: 633 Förderanträge mit einem Gesamtvolumen von 890 Millionen Euro wurden eingereicht. Das Land übernimmt 85 Prozent der Investitionskosten sowie 75 Prozent der laufenden Ausgaben und stützt sich dabei auf ein klares regionales Rahmenkonzept.

In Niedersachsen bieten bereits 75 Prozent der Grundschulen eine Ganztagsbetreuung an – ein Plus von sieben Prozent im Schuljahr 2023/24, wovon aktuell 175.000 Kinder profitieren. Das Land erhielt vom Bund 278 Millionen Euro, darunter auch Basisfördermittel für kleinere Schulen. Nordrhein-Westfalen (NRW) hingegen betreut zwar derzeit 480.500 Kinder, sieht sich aber mit Herausforderungen konfrontiert: Bis 2029/30 sollen 590.000 Plätze geschaffen werden, doch ein Drittel der Schulen zweifelt daran, bis 2026 bereit zu sein – Gründe sind unklare Finanzierung, Raummangel und Personalengpässe.

Während ostdeutsche Bundesländer, Hamburg und Berlin die Vorbereitungen als reibungslos beschreiben, kämpfen westdeutsche Länder wie NRW und Bayern mit finanziellen Einschränkungen, fehlenden Räumlichkeiten und der Fachkräftesicherung. Die Tagesordnung und die Beratungsunterlagen sind über das Ratsinformationssystem online abrufbar.

Die Debatte im Ausschuss wird die regionalen Unterschiede bei der Umsetzung der Ganztagsbetreuung an Grundschulen aufzeigen. Mit dem gesetzlichen Anspruch ab 2026 sind Länder wie Schleswig-Holstein und Niedersachsen gut vorbereitet, während andere mit organisatorischen Hürden zu kämpfen haben. Die Ergebnisse der Sitzung könnten Einfluss auf weitere Fördermaßnahmen und Unterstützungsprogramme nehmen.