ver.di-Streiks legen Kitas und Sozialdienste in NRW lahm – Eltern müssen improvisieren
Annerose KensyErste Warnstreiks in Awo-Kindergärten - ver.di-Streiks legen Kitas und Sozialdienste in NRW lahm – Eltern müssen improvisieren
Warnstreiks legen AWO-Kitas und Sozialdienste in Nordrhein-Westfalen diese Woche lahm
Die von der Gewerkschaft ver.di organisierten Arbeitsniederlegungen beginnen am Mittwoch, dem 4. Februar, im Rahmen des anhaltenden Tarifstreits um höhere Löhne. Die Beschäftigten fordern bessere Bezahlung, verbesserte Ausbildungsbedingungen sowie zusätzliche Urlaubstage.
Die ersten Streiks finden am Mittwoch statt und betreffen 23 AWO-Einrichtungen in Essen. Gleichzeitig sind Kundgebungen in Essen, Aachen und Köln geplant, an denen sich auch Beschäftigte des öffentlichen Dienstes beteiligen, die gegen die Besoldung im Beamtenbereich protestieren. Am Donnerstag, dem 5. Februar, weiten sich die Streiks auf Ostwestfalen-Lippe aus, wo in Herford eine Demonstration stattfinden soll.
Insgesamt sind 27 AWO-Betreuungseinrichtungen in der Region von den Ausständen betroffen. In den Kitas des Rhein-Erft-Kreises kommt es voraussichtlich zu Gruppenusammenlegungen, Notbetreuung und kurzfristigen Schließungen. Ähnliche Maßnahmen gelten in Bonn, im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln, wobei Pflegeheime eine Grundversorgung aufrechterhalten werden.
Ver.di verlangt eine monatliche Bruttoerhöhung von 500 Euro für alle Mitarbeiter, 300 Euro mehr für Auszubildende, bessere Ausbildungsbedingungen sowie drei zusätzliche freie Tage pro Jahr für Gewerkschaftsmitglieder. Die Arbeitgeber lehnen diese Forderungen als "völlig überzogen" und finanziell nicht umsetzbar ab – angesichts der aktuellen Haushaltslage sei dies ein "PR-Gag".
Die Streiks führen zu vorübergehenden Schließungen und Einschränkungen in zahlreichen AWO-Einrichtungen. Eltern von Kita-Kindern und Nutzer sozialer Dienste werden aufgefordert, sich über lokale Ausfälle zu informieren. Die Verhandlungen zwischen ver.di und den Arbeitgebern liegen derzeit auf Eis.
