Vom Schwimmbecken zur Spezialeinheit: Eine Polizistin packt an
Nadine Gebühr, eine 32-jährige Polizeioberkommissarin, beginnt ihren Tag um 4 Uhr morgens, um vor der Arbeit noch ein Training unterzubringen. Ihre Hingabe spiegelt eine Karriere wider, die von Disziplin geprägt ist – vom Leistungssport bis zu anspruchsvollen Einsätzen bei der Bereitschaftspolizei in Nordrhein-Westfalen. In ihrer heutigen Position in Bochum ist sie für den Einsatz von Drohnen, Taucheinsätze und riskante Zugangsoperationen als Teil der Technischen Einsatzgruppe (TEG) zuständig.
Gebührs Weg zur Polizei begann mit dem Rat einer Teamkollegin. Da sie wusste, dass ein Bürojob nichts für sie war, schrieb sie sich für ein duales Studium bei der Agentur für Arbeit NRW ein und schloss es 2016 ab. Ein Jahr später trat sie der Bereitschaftspolizei in Düsseldorf bei, wo sie erstmals mit den körperlichen und technischen Herausforderungen des Berufs konfrontiert wurde.
Ihr sportlicher Hintergrund legte den Grundstein für ihre Karriere. Als Leistungsschwimmerin trainierte sie zehn Stunden pro Woche und wurde Landesmeisterin von NRW über 200 Meter Schmetterling. Dieser gleiche Antrieb – zusammengefasst in ihrem Motto "Was ich auch tue, ich will es richtig machen" – trieb sie dazu an, sich auf Spezialeinheiten zu spezialisieren. Ohne Vorkenntnisse hospitierte sie zunächst beim Tauchteam in Wuppertal und sicherte sich später eine Stelle in ihrer Heimatstadt Bochum.
Seit ihrem Eintritt in die TEG hat Gebühr ihre Fähigkeiten durch intensive Ausbildungen erweitert. Sie erwarb Zertifikate in Schweißen, Motorsägenführung, Lkw-Fahren, Notfallmanagement, Drohnensteuerung und Zugangstechniken. In ihrer aktuellen Rolle bei der Informations- und Kommunikationseinheit in Bochum liegt ihr Schwerpunkt auf Drohnen, Taucheinsätzen und hochriskanten Zugangsoperationen. Die TEG selbst ist in drei Bereiche unterteilt: Kommunikation, technische Unterstützung sowie Wasserwerfer und Sondereinsatzfahrzeuge – jeder davon spielt eine entscheidende Rolle in den Operationen der Bereitschaftspolizei.
Die Arbeit ist körperlich extrem anspruchsvoll. Ein typischer Tag kann den Umgang mit schweren Sägen, Klettereinsätze, das Fahren großer Fahrzeuge oder das Steuern von Drohnen umfassen. Doch Gebührs Wandel von der Sportlerin zur Spezialistin zeigt, wie ihr wettkampforientiertes Mindset den Anforderungen des Polizeidienstes gerecht wird. Im September 2025 übernahm sie offiziell ihre heutige Position und bringt seitdem ihr technisches Fachwissen in den Vordergrund der Einheit ein.
Mittlerweile spielt Gebühr eine Schlüsselrolle in Bochums TEG, wo ihre Fähigkeiten im Tauchen, in der Drohnenführung und bei Notfallzugängen die Arbeit der NRW-Bereitschaftspolizei unterstützen. Die Struktur der Einheit – aufgeteilt in technische, kommunikative und fahrzeugbezogene Gruppen – ist auf Beamte wie sie angewiesen, die unter Hochdruck agieren. Ihr Weg von der Schwimmerin zur Oberkommissarin verdeutlicht, wie spezielle Ausbildung und Entschlossenheit die moderne Polizeiarbeit prägen.
