11 February 2026, 07:41

Warum Deutschlands Spitzenküche ohne Köchinnen nicht funktioniert – und was sich jetzt ändert

Eine Gruppe von Köchen steht um einen Tisch in einer Küche, mit einer Frau in der Mitte, die eine Schüssel mit Essen hält und ein Mann rechts von ihr eine Mütze trägt, verschiedene Gegenstände und eine Wand im Hintergrund.

Warum Deutschlands Spitzenküche ohne Köchinnen nicht funktioniert – und was sich jetzt ändert

Frauen bleiben in Deutschlands Spitzenküche unterrepräsentiert – trotz Mehrheit unter den ausgebildeten Köchinnen

Obwohl Frauen die Mehrheit der ausgebildeten Köche stellen, sind sie in den Führungspositionen der deutschen Gastronomie weiterhin unterrepräsentiert. 2024 zählte die Statistik 297.000 Köchinnen gegenüber 256.000 Köchen. Doch im Jahr 2025 hielten nur 14 Frauen einen Michelin-Stern – im Vergleich zu 337 Männern.

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Die Kluft bei der Anerkennung in der Spitzenküche besteht fort, selbst wenn immer mehr Frauen in den Beruf einsteigen. In Hamburg begannen 2023 weniger Frauen als Männer eine Kochausbildung, auch wenn genaue Zahlen fehlen. Auch in Führungspositionen dominieren Männer: Nur 33 Prozent der Managementposten in der deutschen Gastronomie sind mit Frauen besetzt.

Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, startete die Food-Journalistin Denise Wachter im Januar 2025 die Plattform Chef:in. Das Verzeichnis präsentiert Deutschlands führende Köchinnen, erhöht ihre Sichtbarkeit und fördert berufliche Vernetzung. Wachter beobachtet bereits eine positive Entwicklung: Wenn Frauen Küchen leiten, bewerben sich mehr junge Frauen für Ausbildungsplätze.

Die Initiative zeigt bereits Wirkung. Produktionsfirmen nutzen die Plattform, um Köchinnen für TV-Formate zu entdecken. Gleichzeitig verändert sich die Hamburger Gourmet-Szene. Im Sommer 2025 eröffnete Köchin Clara Hunger in St. Pauli die Pop-up-Bar Nullkommaeins. Andere, wie Zora Klipp, Küchenchefin im Café Weidenkantine und im Restaurant Blattgold, setzen auf pflanzenbasierte Küche und hinterfragen traditionelle Küchenhierarchien.

Projekte wie Chef:in und die Arbeit prominenter Köchinnen verändern die Branche langsam. Immer mehr Frauen lassen sich zur Köchin ausbilden, und Plattformen helfen ihnen, Führungspositionen zu erreichen. Doch die Diskrepanz bei Michelin-Sternen und Spitzenjobs zeigt: Der Weg zu echter Gleichberechtigung ist noch lang.