Wasserstoffbranche kämpft mit Kursstürzen und Lieferproblemen trotz neuer Großprojekte
Marie-Theres SegebahnWasserstoffbranche kämpft mit Kursstürzen und Lieferproblemen trotz neuer Großprojekte
Wasserstoffbranche steht vor neuen Herausforderungen
Die Wasserstoffenergie-Branche sieht sich mit frischen Problemen konfrontiert, da wichtige Akteure mit finanziellen Rückschlägen und betrieblichen Verzögerungen kämpfen. Zwar treiben Unternehmen wie ITM Power und Nel ASA große Projekte voran, doch bleibt das Vertrauen der Anleger angesichts allgemeiner Marktunsicherheiten brüchig. Aktuelle Kursbewegungen und Projekt-Hürden unterstreichen die fragilen Erholungsbemühungen des Sektors.
Der norwegische Wasserstoffspezialist Nel ASA verzeichnete einen Aktienkurs nahe historischer Tiefstände. Am 26. Februar 2026 notierte die Aktie bei etwa 0,184 Euro, knapp über dem Allzeittief von 0,17 Euro. Bis zum 16. März pendelte sich der Kurs im Bereich von 0,18 bis 0,20 Euro ein – trotz eines kurzen Anstiegs um 2,5 % in Stuttgart auf 0,192 Euro. Die Finanzzahlen für 2025 wiesen einen Umsatzrückgang um 31 % auf 963 Millionen norwegische Kronen (NOK) aus sowie einen Nettoverlust von -1,27 Milliarden NOK, bedingt durch Lieferprobleme und Wertberichtigungen in Höhe von 799 Millionen NOK. Zwar stieg der Auftragsbestand um 34 % auf 1,319 Milliarden NOK, doch bot dies Analysten wie denen der Citibank wenig Anlass zur Beruhigung – sie senkten das Kursziel auf 2,40 NOK.
Unterdessen eröffnete ITM Power mit einem Minus von 2,1 % bei 0,73 Euro, obwohl es Anzeichen für eine mögliche Erholung gibt. Das britische Unternehmen hat sich kürzlich zu einem neuen Großprojekt verpflichtet, steht aber weiterhin unter Druck, greifbare Ergebnisse vorzuweisen, um die Anleger zu überzeugen. In Bielefeld bleiben kommunale Müllfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb wegen Treibstoffmangels ungenutzt – lokale Behörden winken die Probleme jedoch als Kinderkrankheiten ab.
Der Energiemarkt insgesamt sendet gemischte Signale. Steigende Ölpreise könnten Wasserstoffunternehmen begünstigen, indem sie Alternativen attraktiver machen. Gleichzeitig halten sich in anderen Sektoren Zweifel, etwa an Überinvestitionen in KI. Bloom Energy, einst beflügelt durch einen großen Brennstoffzellen-Auftrag von Oracle, sah seinen Aktienkurs zurückgehen, da Nachfolgeverträge ausblieben.
Die Wasserstoffbranche bewegt sich in einem schwierigen Umfeld mit schwacher Börsenperformance und betrieblichen Verzögerungen. Nel ASAs minimale Kurserholung und ITM Powers jüngstes Projekt müssen nun in finanzielle Stabilität umgemünzt werden, um das Anlegervertrauen zurückzugewinnen. Angesichts externer Faktoren wie den Ölpreisen, die potenziell Rückenwind bieten, wird der nächste Schritt des Sektors mit Spannung erwartet.