Wie das Medi-Mobil in Krefeld Obdachlosen und Suchtkranken Hoffnung schenkt
Leokadia MansWie das Medi-Mobil in Krefeld Obdachlosen und Suchtkranken Hoffnung schenkt
Ein mobiles medizinisches Team namens Medi-Mobil versorgt seit über zwei Jahrzehnten obdachlose Menschen in Krefeld mit dringend benötigter Grundversorgung. Der gemeinsam von Caritas und Diakonie getragene Dienst bietet alles von Schmerzbehandlung bis zur Wundversorgung und ist für viele ohne festen Wohnsitz eine lebenswichtige Anlaufstelle. Einmal pro Woche trägt das Team zudem dazu bei, Vertrauen in einer Gemeinschaft aufzubauen, die vom regulären Gesundheitssystem oft übersehen wird.
Neben der medizinischen Hilfe arbeitet das Medi-Mobil eng mit einer Drogenberatungsstelle in der Stadt zusammen. Diese Einrichtung unterstützt etwa 50 bis 80 Stammklienten, von denen viele neben Obdachlosigkeit mit schweren Suchterkrankungen kämpfen. Die Stelle bietet nicht nur eine kontrollierte Umgebung für den Drogenkonsum, sondern stellt auch grundlegende Bedürfnisse wie Nahrung, Duschen und Waschmöglichkeiten bereit – Leistungen, die in der Öffentlichkeit kaum Beachtung finden.
Die Krefelder Drogenberatungsstelle verfolgt dabei einen klaren Ansatz: Schadensminimierung. Klienten müssen ihre eigenen Substanzen mitbringen, da die Einrichtung keine Drogen bereitstellt. Dennoch ist der Konsum unter medizinischer Aufsicht deutlich sicherer als in Parks oder auf der Straße. Diese Herangehensweise verringert Risiken wie Überdosen oder Infektionen und schafft gleichzeitig Raum für Gespräche und Unterstützung.
Jasmin Sprünken, die Leiterin der Beratungsstelle, bedankte sich kürzlich beim Personalrat der Stadt Meerbusch für eine Spende aus deren Centspende-Initiative. Die Mittel sollen helfen, die Angebote zur Bewältigung von Sucht und Obdachlosigkeit aufrechtzuerhalten – zwei Krisen, die oft eng miteinander verknüpft sind. Michael Marschall, Vorsitzender des Personalrats, hat die Arbeit der Einrichtung öffentlich unterstützt, insbesondere deren Engagement für Menschen mit schweren Abhängigkeitserkrankungen.
Das Medi-Mobil spielt in diesem System eine zentrale Rolle. Seit 2003 fährt es regelmäßig zu Orten, an denen sich Obdachlose aufhalten, und bietet verlässliche medizinische Versorgung. Für viele ist es der einzige regelmäßige Kontakt zu Fachkräften des Gesundheitswesens. Durch seine Präsenz wird verhindert, dass kleine Verletzungen oder Erkrankungen zu Notfällen eskalieren. Gleichzeitig ergeben sich so Gelegenheiten, Betroffene an langfristige Hilfsangebote zu vermitteln.
Die gemeinsamen Anstrengungen des Medi-Mobils und der Drogenberatungsstelle schließen Versorgungslücken für die verletzlichsten Bewohner Krefelds. Ihre Arbeit lindert nicht nur akute Not, sondern geht auch tieferliegende Probleme wie Sucht und soziale Isolation an. Ohne solche Initiativen wären viele auf der Straße noch größeren Gefahren ausgesetzt – mit weitaus geringeren Chancen auf Stabilität oder einen Weg aus der Krise.
