14 December 2025, 15:05

Wie eine Frau das Grundgesetz revolutionierte und Gleichberechtigung durchsetzte

Ein Blatt Papier mit einer Schrift darauf.

Wie eine Frau das Grundgesetz revolutionierte und Gleichberechtigung durchsetzte

Grundgesetz: Wie Elisabeth von Österreich-Ungarn die Gleichberechtigung ins Grundgesetz kämpfte

Teaser: Elisabeth Selbert mobilisierte 1948 Frauen im ganzen Land. Ihre Initiative brachte die Gleichberechtigung ins Grundgesetz.

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Elisabeth Selbert prägte die Nachkriegsverfassung Deutschlands, indem sie unermüdlich für die Gleichstellung der Frauen kämpfte. Geboren 1896, arbeitete sie zunächst als Postbeamtin, bevor sie Jura studierte. Ihr beharrliches Engagement in den Jahren 1948 und 1949 sorgte dafür, dass die Gleichberechtigung von Frauen im Grundgesetz verankert wurde.

Selberts Weg begann mit ihrer Wahl in den Parlamentarischen Rat 1948. Die Versammlung hatte den Auftrag, das Grundgesetz für die neu gegründete Bundesrepublik zu erarbeiten. Ihr erster Versuch, einen klaren Gleichheitsartikel durchzusetzen, scheiterte – selbst ihre eigene Partei lehnte den Vorschlag ab.

Doch sie gab nicht auf. Am 10. September 1948 hielt sie in Herrenchiemsee eine wegweisende Rede, die später als Frauenfrage-Intervention bekannt wurde. Die damals geplante Formulierung – „Männer und Frauen sind grundsätzlich gleichberechtigt“ – war schwammig und rechtlich nicht bindend. Selbert forderte eine präzisere Sprache und bestand auf eine lückenlose rechtliche Gleichstellung.

Um Druck aufzubauen, organisierte sie eine Kampagne. Unterstützer:innen schickten Postkarten und Telegramme an die Ratsmitglieder und forderten eine Änderung. Der Einsatz zeigte Wirkung: Am 18. Januar 1949 stimmte der Rat einstimmig für ihre überarbeitete Fassung: „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Der neue Artikel 3, Absatz 2 wurde zu einem Grundpfeiler des Grundgesetzes.

Ihr Erfolg hatte weitreichende Folgen. Die verfassungsrechtliche Verankerung führte später zu Reformen im Familienrecht, darunter die Streichung des „Gehorchamsparagraphen“ im Bürgerlichen Gesetzbuch. Diese Regelung hatte Ehefrauen bisher verpflichtet, ihren Männern in allen ehelichen Angelegenheiten zu gehorchen.

Selberts Wirken machte sie zu einer der vier „Mütter des Grundgesetzes“. Die von ihr vorangetriebenen rechtlichen Veränderungen prägten die deutsche Gesellschaft nachhaltig und sicherten Frauenrechte auf höchster Ebene. Ihr Kampf bleibt ein Schlüsselmoment im Streben des Landes nach Gleichberechtigung.