Wie Joseph Beuys heimlich die DDR-Kunstszene eroberte
"Nach Beuys" – Eine Hommage
Die Werkstatt-Reihe "After Beuys" in der Galerie Eigen+Art wurde als ein "Gegenentwurf" zum Versuch verstanden, Beuys vom "Ballast des erweiterten Kunstbegriffs" zu befreien.
- September 2012
Kultur, Popkultur
Eine ungewöhnliche Ausstellung mit frühen Werken von Joseph Beuys fand einst in der DDR statt – obwohl der Künstler lange als "unerwünschte Person" galt. Organisiert von Günter Ulbricht, markierte die Schau einen seltenen Moment, in dem Beuys’ Kunst in die streng kontrollierte Kulturszene der DDR vordrang. Jahre vergingen, bis offizielle Stellen seine Bedeutung öffentlich anerkannten.
Jahrzehntelang stufte die sozialistische Führung der DDR Joseph Beuys als politisch problematisch ein. Sein Ruf als radikaler Demokrat und gesellschaftlich engagierter Künstler hielt ihn fern von offiziellen Programmen. Doch Ende 1981 gelang es, in Ost-Berlin eine kleine, aber bemerkenswerte Präsentation seiner Multiples zu zeigen.
Die Ausstellung von 1981 bleibt die einzige nachweisbare Beuys-Schau in der DDR. Sie bot einen kurzen, zensierten Einblick in sein Werk – noch zu seinen Lebzeiten. Spätere Würdigungen seiner Bedeutung setzten erst ein, als die Kulturpolitik des Staates seinen weltweiten Einfluss nicht mehr ignorieren konnte.
