Wie Taylor Swift ein vergessenes Gemälde zum Star im Museum Wiesbaden machte
Annerose KensyWie Taylor Swift ein vergessenes Gemälde zum Star im Museum Wiesbaden machte
Ein vergessenes Gemälde aus dem 19. Jahrhundert ist dank Taylor Swift plötzlich in aller Munde: Friedrich Heysers "Ophelia", einst ein kaum beachtetes Werk, zieht nun Scharen von Besuchern an, nachdem es in Swifts Lied "The Fate of Ophelia" eine Rolle spielte. Der plötzliche Hype hat sogar die Besucherzahlen im Museum Wiesbaden steigen lassen, wo das Kunstwerk ausgestellt ist.
Alles begann 2017, als Danielle Neess und ihr verstorbener Mann "Ophelia" bei einer Auktion erwarben. Das Gemälde war in schlechtem Zustand und benötigte eine aufwendige Restaurierung. Jahre später übergab das Paar seine gesamte Sammlung – über 800 Werke – als Schenkung an das Museum Wiesbaden, wo "Ophelia" seitdem eine dauerhafte Heimat gefunden hat.
Doch erst Swifts jüngster Song und das dazugehörige Musikvideo änderten alles. Innerhalb weniger Tage pilgerten mehr als 500 Fans, die sich selbst "Swifties" nennen, ins Museum, um das Bild zu sehen. Die Einrichtung verzeichnete 2025 insgesamt 130.986 Besucher – ein Plus von 20.000 gegenüber dem Vorjahr. Damit erreichte das Museum die zweithöchsten Besucherzahlen seit dem Jahr 2000, und der Großteil des Erfolgs ist "Ophelia" zu verdanken.
Nun haben Danielle Neess und der Kunstexperte David Suppes sogar Taylor Swift selbst eingeladen. Sie hoffen, dass die Sängerin nach Wiesbaden reist, um sich das Werk persönlich anzusehen. Suppes ist zudem überzeugt, dass die neue Aufmerksamkeit für Heysers Schaffen auch ein breiteres Interesse am Jugendstil wecken könnte – einer Kunstrichtung, die heute oft in Vergessenheit gerät.
Der unerwartete Ruhm des Gemäldes hat nicht nur Friedrich Heyser, sondern auch die Sammlung des Museums wieder ins Rampenlicht gerückt. Noch Anfang 2026 werden Drucke von "Ophelia" verkauft, und die positiven Rezensionen reißen nicht ab. Für das Museum Wiesbaden hat sich die zufällige Verbindung zu Taylor Swift in einen echten Glücksfall verwandelt: Aus einem stillen Kunstwerk wurde eine Hauptattraktion.
