Willich plant Gebührenreform: Eltern protestieren gegen Kürzungen bei Geschwisterrabatten
Marie-Theres SegebahnWillich plant Gebührenreform: Eltern protestieren gegen Kürzungen bei Geschwisterrabatten
Willich überprüft im Rahmen umfassender Sparmaßnahmen seine Gebührenstruktur für die Kinderbetreuung. Die Stadt steht unter finanziellem Druck und will durch Anpassungen bei Geschwisterrabatten und eine Deckelung der Gebührenerhöhungen zusätzliche Einnahmen generieren. Eltern und lokale Initiativen haben gegen die geplanten Änderungen bereits heftigen Widerstand angekündigt.
Die Diskussion über die Kosten für Kinderbetreuung in Willich zieht sich seit Monaten hin, ohne dass eine klare Lösung in Sicht ist. Personalmangel und die Schließung von Einrichtungen verschärfen die Situation zusätzlich. Nun sucht die Verwaltung nach Wegen, die Haushaltsbelastung zu verringern – unter anderem durch eine Neuregelung der Elternbeiträge.
Nachbargemeinden wie Nettetal und Kempen erheben bereits durchgehend 50 Prozent der Gebühren für Geschwisterkinder in allen Betreuungsangeboten. Willich könnte diesem Beispiel folgen, doch Bürgermeister Christian Pakusch betonte, dass die Geschwisterermäßigungen nicht vollständig gestrichen werden sollen. Stattdessen plant die Stadt, Ausnahmen zu reduzieren und jährliche Gebührenanpassungen auf drei Prozent zu begrenzen.
Für Kitas sieht der Vorschlag vor, den Rabatt für das erste Geschwisterkind auf 75 oder 80 Prozent zu deckeln, während weitere Geschwister weiterhin befreit bleiben sollen. Bei der Offenen Ganztagsschule (OGS) könnte der Nachlass für das erste Geschwisterkind auf 60 oder 70 Prozent sinken. Durch diese Änderungen sowie die Begrenzung dynamischer Gebührenerhöhungen auf drei Prozent erwartet die Stadt Mehreinnahmen in Höhe von rund 600.000 Euro – davon 500.000 Euro durch die Anpassung der Geschwistergebühren und 100.000 Euro durch die gedeckelten Erhöhungen.
Eltern, angeführt von Marlene Mendes und dem Jugendamtselternbeirat (JAEB), haben sich vehement gegen die Pläne ausgesprochen. Auch die SPD-Fraktion unterstützt die Familien und schlägt vor, im Haushalt 2026 stattdessen 115.000 Euro einzusparen, anstatt die Elternbeiträge zu erhöhen. Bürgermeister Pakusch wies darauf hin, dass noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen sind, da die Vorschläge zunächst vom Rat gebilligt werden müssen.
Die Pläne der Stadt bleiben weiterhin in der Diskussion, eine abschließende Abstimmung steht noch aus. Falls die Änderungen beschlossen werden, würden sie die Geschwisterermäßigungen anpassen und Gebührensteigerungen auf jährlich drei Prozent begrenzen. Das weitere Vorgehen hängt von den anstehenden Debatten der gewählten Vertreter in den kommenden Monaten ab.






