Willicher Schüler gedenken lokaler Holocaust-Opfer mit bewegender Zeremonie
Leokadia MansWillicher Schüler gedenken lokaler Holocaust-Opfer mit bewegender Zeremonie
In Willich fand eine feierliche Gedenkveranstaltung statt, um an die lokalen Opfer des Holocaust zu erinnern. Organisiert von Schülerinnen und Schülern der 10. und 13. Klasse umfasste die Veranstaltung Gebete, eine Kranzniederlegung sowie Reflexionen über die Gefahren des wieder erstarkten Antisemitismus und Rassismus in der Gegenwart.
Der Tag begann mit einem Gottesdienst in der Schneekapelle, geleitet von Religionslehrer Pierre Hein. Im Mittelpunkt stand das Gleichnis vom barmherzigen Samariter, das einen Ton der Mitmenschlichkeit und moralischen Verantwortung setzte. Im Anschluss versammelten sich die Teilnehmenden am Holocaust-Mahnmal zur Kranzniederlegung.
Die Schülerinnen und Schüler hatten Transparente vorbereitet, auf denen die Namen der jüdischen Opfer aus Willich verzeichnet waren, darunter Rosetta und Albert Salm, Lina Wallach sowie Chaim Werner Rübsteck. Ein weiteres Transparent benannte einen ehemaligen örtlichen Polizisten, der den nationalsozialistischen Terror aktiv unterstützt hatte. Diese Ausstellungen sowie detaillierte Berichte über die ermordeten Männer, Frauen und Kinder wurden im Pädagogischen Zentrum der Schule präsentiert.
Die Rednerinnen und Redner sprachen mit Nachdruck zum Publikum. Max Mamrotski von der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf verband die Befreiung von Auschwitz-Birkenau mit dem heutigen Wiederaufleben von Hass und rief zum Widerstand gegen Gleichgültigkeit auf. Bürgermeister Christian Pakusch verurteilte Versuche rechtsextremer Politiker, den Holocaust zu verharmlosen, und äußerte Besorgnis über aktuelle Entwicklungen in den USA. Schulleiterin Andrea Großkraumbach betonte die Bedeutung von Bildung bei der Bewahrung von Werten und der Bekämpfung von Vorurteilen.
Den Abschluss bildete ein musikalischer Beitrag von Marc Riedl, der die Botschaft des Gedenkens und der Wachsamkeit unterstrich.
Die Gedenkveranstaltung brachte politische, religiöse und kommunale Führungspersönlichkeiten zusammen, um über Geschichte und ihre heutigen Auswirkungen nachzudenken. Durch die von Schülerinnen und Schülern initiierten Projekte und öffentliche Stellungnahmen wurde die Notwendigkeit betont, Antisemitismus, Rassismus und Feindseligkeit überall dort entgegenzutreten, wo sie auftreten.
