24 March 2026, 02:34

Wohnprojekt in Willich-Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung

Eine große Gruppe von Menschen marschiert auf einer Straße, hält Protestschilder und Banner in der Hand, mit Grünzeug auf der rechten Seite und einem Gebäude im Hintergrund.

Wohnprojekt in Willich-Moltkedorf spaltet Anwohner und Stadtverwaltung

Willich treibt ein neues Wohnprojekt auf einem 2,9 Hektar großen Gelände in Moltkedorf voran, um den dringenden Wohnraumbedarf der Stadt zu lindern. Vorgesehen sind 200 Wohneinheiten in einer Hofanlage, doch die Anwohner haben massiven Widerstand angekündigt. Bis März 2026 hatten 87 Bürger eine gemeinsame Stellungnahme eingereicht, in der sie die sofortige Einstellung des Projekts fordern – mit Verweis auf Bedenken bei Infrastruktur, Grünflächen und Verkehrsbelastung.

Das Gelände war ursprünglich als Freifläche und Erholungsgebiet ausgewiesen, was die Kontroverse zusätzlich anheizt. Da die Stadt zudem plant, die nahegelegene Flüchtlingsunterkunft in Moltkedorf bis Jahresende zu schließen, verschärft sich der Konflikt um die Flächennutzung weiter.

Die ersten Entwürfe für Moltkedorf sehen eine Mischung aus Einfamilienhäusern, Doppelhaushälften und Mehrfamilienblöcken vor, die um gemeinsame Grünflächen gruppiert sind. Der Zugang soll über die Moltkestraße erfolgen, wobei ein einseitiges Ringsystem alle Einheiten verbinden würde. Für Parkplätze sind oberirdische Stellplätze, Garagen und eine Tiefgarage vorgesehen. Zudem sind Rad- und Fußwege geplant, die die Krusestraße mit An Liffersmühle verbinden und so ein gesundes, klimafreundliches Umfeld fördern sollen.

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Die Anwohner kritisieren jedoch, dass das Projekt zentrale Probleme ignoriert. In ihrer Stellungnahme verweisen sie auf unzureichende Straßen, Schulen und Abwassersysteme sowie auf die Angst vor mehr Verkehr, Lärm und Parkplatzmangel. Viele lehnen zudem den Verlust von Grünflächen ab, darunter einen Wildtierkorridor, der als natürliche Barriere dient. Besonders in der Kritik stehen die geplanten viergeschossigen Gebäude, die direkt an Kleingärten grenzen – die Anwohner warnen vor einer "Wohnblock-Mauer", die ihre Grundstücke verdunkelt.

Neben der Infrastruktur richten sich die Vorbehalte gegen die Bebauungsdichte, die städtebauliche Gestaltung und die Klimafolgenanpassung. Die Bürger fordern verbindliche Zusagen für Bürgerbeteiligung sowie umfassende Untersuchungen zu Verkehr und Umweltauswirkungen. Ihre Petition hat bereits über 70 Unterschriften gesammelt, und mit wachsendem Widerstand werden es voraussichtlich noch mehr.

Die Stadt steht nun unter Druck, die Pläne für Moltkedorf zu überarbeiten – oder riskiert weitere Proteste. Angesichts von 87 offiziellen Einwänden und steigender Besorgnis könnten die Verantwortlichen das Design anpassen oder klarere Zusagen zu Infrastruktur und Grünflächenschutz machen müssen. Das Ergebnis könnte wegweisend für künftige Wohnprojekte in Willich sein, wo der Wohnungsbedarf auf kommunale Prioritäten prallt.

Quelle