19 April 2026, 02:37

Zehn Jahre "Willkommen in Schildgen": Wie Flüchtlingshilfe Leben verändert

Plakat für einen Wohltätigkeitsbasar zugunsten von Witwen und Waisen deutscher, australischer, ungarischer und alliierter Soldaten mit Veranstaltungseinzelheiten im Text.

Zehn Jahre "Willkommen in Schildgen": Wie Flüchtlingshilfe Leben verändert

Lokale Initiative in Schildgen feiert zehnjähriges Jubiläum der Flüchtlingshilfe

Die Gruppe "Willkommen in Schildgen" blickt auf zehn Jahre erfolgreicher Unterstützung für Geflüchtete zurück. 2015 schlossen sich rund 100 Anwohner:innen zusammen, um Neuankömmlingen den Start in Deutschland zu erleichtern. Ihre Arbeit trägt heute Früchte: Viele der Geflüchteten sind mittlerweile in Arbeit, haben eine Ausbildung abgeschlossen oder sind in das deutsche Leben integriert.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Höhepunkt der Jubiläumsfeierlichkeiten ist eine Veranstaltung am 28. November im "Himmel un Ääd", begleitet von einer laufenden Fotoausstellung des Künstlers Philipp J. Bösel, die Porträts von Geflüchteten zeigt, die in der Region angekommen sind.

Die Initiative entstand 2015 als Reaktion auf die Ankunft von Geflüchteten in Schildgen. Ehrenamtliche halfen damals mit praktischer Unterstützung – etwa bei Behördengängen, Arztterminen oder Deutschkursen. Die Bilanz nach einem Jahrzehnt kann sich sehen lassen: 72 Prozent der unterstützten Geflüchteten sind heute erwerbstätig, 15 Prozent befinden sich in Ausbildung oder Studium. Die meisten sprechen mittlerweile fließend Deutsch.

Ein Beispiel für diesen Erfolg ist Youssef Messraba, der 2015 aus Damaskus nach Schildgen floh. Mit Hilfe der Initiative absolvierte er eine Ausbildung zum Elektroniker und studiert heute Elektro- und Medizintechnik. Trotz Herausforderungen – darunter eine 20-monatige Wartezeit auf die Staatsbürgerschaft, Ausgrenzung an der Universität und Vorurteile im Wohnviertel – beschreibt Messraba Schildgen als einen Ort des Haltes und der Zuversicht.

Den Auftakt der Feierlichkeiten bildete ein Treffen im Pfarrsaal der Herz-Jesu-Kirche. Die nächste Veranstaltung unter dem Titel "Angekommen – Erfahrungen und Leben in Deutschland/Schildgen" findet am 28. November im "Himmel un Ääd" statt. Parallel dazu zeigt Bösels Ausstellung "Himmel un Ääd"21 farbige Porträts von Geflüchteten – noch bis zum 6. Dezember zu sehen.

Die Arbeit der Initiative hat in zehn Jahren messbare Erfolge gebracht: Beschäftigung, Bildung und Sprachkompetenz bei Geflüchteten. Die Jubiläumsveranstaltungen und die Ausstellung unterstreichen, wie nachhaltig gemeindliche Solidarität wirkt. Viele der 2015 Angekommenen prägen heute aktiv das Leben in Schildgen mit.

Quelle