27 March 2026, 06:32

38-Stunden-Woche im ÖPNV NRW – aber wer zahlt die Rechnung?

Plakat mit einem Zug auf den Eisenbahnschienen mit mehreren Menschen in der Nähe, das "The American Jobs Plan Will Expand Affordable Public Transportation" bewirbt.

38-Stunden-Woche im ÖPNV NRW – aber wer zahlt die Rechnung?

Beschäftigte im Öffentlichen Nahverkehr in Nordrhein-Westfalen erhalten in den nächsten vier Jahren eine schrittweise Reduzierung ihrer Wochenarbeitszeit – bei vollem Lohnausgleich und verbesserten Arbeitsbedingungen. Doch die Vereinbarung wirft Fragen auf, wie die zusätzlichen Kosten getragen werden sollen.

Ab Juli 2027 sinkt die Wochenarbeitszeit von 39 auf 38,5 Stunden, bis Juli 2028 dann auf 38 Stunden. Die Beschäftigten erhalten trotz der kürzeren Arbeitszeit ihr bisheriges Gehalt. Zudem werden die gesetzlichen Ruhezeiten ausgeweitet und die Sonntagszuschläge erhöht. Auch Zeitarbeitskräfte profitieren von stärkeren Schutzrechten im Rahmen des neuen Tarifvertrags.

Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, könnten Verkehrsunternehmen gezwungen sein, zusätzliches Personal einzustellen – was die Personalkosten deutlich in die Höhe treiben würde. Ziel der Vereinbarung ist es, den Sektor attraktiver zu gestalten und dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen.

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Doch die Finanzierung bleibt ein zentrales Problem. Drei Optionen stehen im Raum: die Übernahme der Kosten durch öffentliche Träger, staatliche Zuschüsse oder höhere Ticketpreise. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, und unklar ist auch, wie sich die Ausgaben zwischen Kommunen, Ländern und Fahrgästen aufteilen sollen.

Obwohl eine sofortige Preiserhöhung unwahrscheinlich ist, könnten Fahrgäste langfristig mit teureren Tickets rechnen. Sollten andere Finanzierungsquellen nicht ausreichen, könnte der Druck steigen, die Fahrpreise anzuheben, um die Mehrkosten auszugleichen.

Die Einigung bedeutet zwar einen Fortschritt für die Beschäftigten – mit besseren Arbeitsbedingungen und gesicherten Löhnen. Doch die finanzielle Belastung für Betreiber und öffentliche Hand bleibt ungelöst. Ohne klare Finanzierungskonzepte könnten am Ende die Fahrgäste über höhere Ticketpreise zur Kasse gebeten werden.

Quelle