22 March 2026, 02:27

BP verkleinert sich radikal – Raffinerie in Gelsenkirchen wird verkauft

Balkendiagramm, das Wertminderungen von Ölunternehmen zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

BP verkleinert sich radikal – Raffinerie in Gelsenkirchen wird verkauft

BP beschleunigt interne Umstrukturierung – Ölpreise steigen

Der britische Energiekonzern BP treibt seine interne Umstrukturierung voran, während die Ölpreise klettern. Der Börsenwert des Unternehmens ist von rund 95 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 auf 85 Milliarden US-Dollar bis März 2026 gesunken. Zu den Herausforderungen zählen schwankende Ölmärkte, hohe Kosten für den Umstieg auf erneuerbare Energien sowie geopolitische Spannungen, die die globale Energieversorgung belasten.

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Unter der Führung von Vorstandschef Murray Auchincloss hat BP seine Sparziele verschärft. Zu den jüngsten Maßnahmen gehören der Verkauf großer Vermögenswerte und operative Anpassungen, um die zukünftige Liquidität zu sichern.

Die Restrukturierung bei BP begann bereits 2023, doch der externe Druck hat sich verschärft. Geopolitische Konflikte wie der Ukraine-Krieg und die Spannungen im Nahen Osten haben die Energiemärkte durcheinandergebracht. Blockaden in der Straße von Hormus trieben den Preis für Brent-Rohöl kürzlich auf etwa 112 US-Dollar pro Barrel. Gleichzeitig belasten globale Dekarbonisierungsbemühungen die Finanzlage traditioneller Öl- und Gasunternehmen.

Um Lieferkettenprobleme zu entschärfen, gewährte die US-Regierung eine 60-tägige Ausnahme vom Jones Act. Dennoch musste BP operative Rückschläge hinnehmen, darunter die Aussperrung von rund 800 gewerkschaftlich organisierten Beschäftigten in seiner Raffinerie in Whiting, Indiana, nach gescheiterten Tarifverhandlungen.

Das Unternehmen stößt nun Schlüsselvermögen ab, um Schulden zu reduzieren und die Geschäftsabläufe zu straffen. Ein wichtiger Deal ist der Verkauf der Raffinerie in Gelsenkirchen an die Klesch Group. Die Anlage verarbeitet jährlich 12 Millionen Tonnen Rohöl und beschäftigt etwa 1.800 Mitarbeiter, die zum neuen Eigentümer wechseln werden. Durch diesen Verkauf könnten BP-Verbindlichkeiten um bis zu 1,7 Milliarden US-Dollar sinken.

BP hat zudem sein Sparziel auf 6,5 bis 7,5 Milliarden US-Dollar bis 2027 angehoben. Bisher hat das Unternehmen über 11 Milliarden US-Dollar der geplanten 20 Milliarden US-Dollar durch Veräußerungen eingeworben. Diese Maßnahmen sollen die Bilanz inmitten anhaltender Marktturbulenzen stärken.

Die Anlegerstimmung zeigt erste Erholungszeichen. Die Bank HSBC stuft die BP-Aktie kürzlich von "Reduce" auf "Hold" hoch und erhöhte das Kursziel – der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie werde als positiver Schritt gewertet. Die Aktie schloss am Freitag bei 6,45 Euro und verzeichnete damit seit Jahresbeginn ein Plus von 27 Prozent.

BP treibt die Umstrukturierung voran, während es sich mit steigenden Ölpreisen, geopolitischen Risiken und sich wandelnden Energienachfragen auseinandersetzt. Der Verkauf der Gelsenkirchen-Raffinerie und weitere Vermögensveräußerungen sollen die Schuldenlast verringern und die finanzielle Stabilität verbessern. Mit strengen Kostenkontrollen und laufenden Desinvestitionen will der Konzern seine Position in einem sich rasant verändernden Energiemarkt festigen.

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