Dortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit 2023 untätig
Marie-Theres SegebahnDortmunds Ethikkommission zur Großwildjagd bleibt seit 2023 untätig
Dortmunds Ethikkommission zu Großwildjagd liegt seit 2023 auf Eis
Die Ethikkommission der Stadt Borussia Dortmund, die 2023 eigens zur Prüfung der Großwildjagd eingerichtet wurde, hat ihre Arbeit bis heute nicht aufgenommen. Trotz Forderungen politischer Gruppen wie den Grünen fand seit über einem Jahr keine einzige Sitzung statt. Die Untätigkeit fällt in eine brisante Phase: Bald beginnt die jährliche Messe Jagd und Hund, auf der Aussteller Jagdreisen ins Ausland bewerben – ein Umstand, der die Debatte um die ethische Vertretbarkeit solcher Angebote neu entfacht.
Ursprünglich sollte die Kommission klären, ob die Großwildjagd moralisch gerechtfertigt ist und ob sie dem Artenschutz dient oder bedrohte Tierarten weiter an den Rand des Aussterbens treibt. Ihre Erkenntnisse hätten die Richtlinien Dortmunds für künftige Messen prägen sollen – etwa bei der Zulassung von Anbietern, die Jagdtourismus bewerben.
Doch der Druck wächst: Angesichts der bevorstehenden Jagd und Hund hatten die Grünen und andere Parteien gefordert, die Kommission noch vor der Sommerpause zusammenzurufen. Vergeblich. Nun räumte Dortmunds Oberbürgermeister ein, dass es keinerlei Protokolle oder Nachweise über Aktivitäten der Kommission gibt – die Aktenführung sei lückenhaft.
Auch auf Bundesebene und in anderen Städten gibt es keine neuen Stellungsnahmen zur kommerziellen Großwildjagd in Afrika. Der letzte größere Vorfall datiert aus dem Jahr 2022, als Botswanas gescheiterter Plan, Elefanten an Deutschland zu verschenken, zwar für Diskussionen sorgte, aber keine politischen Konsequenzen nach sich zog.
Mit einer untätigen Kommission und ohne dokumentierte Beratungen steht Dortmund nun vor einem Dilemma: Wie soll die Stadt mit Ausstellern umgehen, die Jagdreisen anbieten? Die Rückkehr der Messe wird die Kritik an der Haltung der Stadtverantwortlichen vermutlich verschärfen. Bis auf Weiteres bleibt die ethische Bewertung der Großwildjagd auf unbestimmte Zeit blockiert – und lässt sowohl Aussteller als auch Naturschützer ohne klare Vorgaben zurück.
Jagdlicher Erlös trotz ethischem Patt
Die Jagd & Hund 2026 fand vom 1.-7. Februar ohne Störungen durch die blockierte Ethikkommission statt. Die Organisatorin Sabine Loos bezeichnete sie als 'das zentrale Treffen der Jagdgemeinschaft,' und hält fest, dass über 700 Aussteller aus 36 Ländern und 79.000 Besucher teilnahmen. Die politische Beteiligung nahm zu, wobei Vertreter anwesend waren, um über die Rolle der Branche in der Erhaltung und Bildung zu diskutieren.






