14 March 2026, 14:34

Ist Sienna Rose eine echte Sängerin oder nur ein KI-Experiment?

Ein Blatt Papier mit dem Text "Der meistgehörte Song ist mehr als die Zunge sagen kann" und Farbmustern unten.

AI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Ist Sienna Rose eine echte Sängerin oder nur ein KI-Experiment?

Die Soulsängerin Sienna Rose, die auf Spotify fast zwei Millionen monatliche Hörer verzeichnet, steht derzeit im Mittelpunkt einer wachsenden Debatte. Im Raum steht die Frage, ob es sich bei ihr um eine echte Künstlerin oder um eine künstliche Intelligenz handelt. Das Rätsel vertiefte sich, nachdem eine deutsche Recherche ihre Ursprünge zu einem russischen Label zurückverfolgte, das auf KI-generierte Acts spezialisiert ist.

Die Kontroverse gewann an Fahrt, als ein YouTuber Streaming-Plattformen vorwarf, mit synthetischer Musik Profite zu machen – oft kaum unterscheidbar von menschengemachten Titeln. Unterdessen hat Sienna Roses plötzliches Verschwinden aus den sozialen Medien, gefolgt von einem Relaunch, die Spekulationen weiter angeheizt.

Den Anfang nahm die Untersuchung, als ein Team des Bayerischen Rundfunks Verbindungen zwischen Sienna Rose und Nostalgic Records aufdeckte, einem russischen Internetlabel. Der Produzent Maksim Muravjov, bekannt für KI-generierte Künstler, wurde als zentraler Akteur hinter dem Projekt identifiziert. Weitere Verbindungen führten zu Hafsteinn Runarsson, einem KI-Experten, der bereits mehrere Pop-Avatare erschaffen hat und Kurse zum Thema Monetarisierung künstlicher Intelligenz anbietet.

Internet-Detektive hatten bereits zuvor Auffälligkeiten in Roses Online-Präsenz bemerkt: ihre rasche Veröffentlichung neuer Songs, das Fehlen von Live-Auftritten und die minimale Aktivität in sozialen Medien weckten Zweifel. Die Lage spitzte sich zu, als die ursprüngliche rothaarige Version von Sienna Rose – von Fans als "Sienna 1.0" bezeichnet – von den Plattformen verschwand und nur noch die afro-tragende "Sienna 2.0" auf Spotify aktiv blieb.

Die Debatte erreichte einen neuen Höhepunkt, nachdem Selena Gomez in einem Instagram-Post einen von Roses Songs teilte. Der Clip ging viral, erntete aber auch Spott – viele stellten die Authentizität der Sängerin infrage. Trotz der Skepsis beschreibt Sienna Roses Spotify-Profil sie weiterhin als "Herzensgeschichtenerzählerin", begleitet von einem Foto einer jungen Frau mit tiefbraunen Augen.

Finanzschätzungen zufolge erzielen Roses Macher wöchentlich über 2.000 Euro – rund eine Million Euro jährlich – allein durch Streaming-Tantiemen. Die Kontroverse zwingt die Plattformen zum Handeln: Apple Music verlangt nun "Transparenz-Kennzeichnungen" für KI-generierte Inhalte, setzt dabei aber auf Selbstauskunft. Spotify plant die Einführung von DDEX-Metadatenstandards zur KI-Erkennung, während Deezer behauptet, seine Systeme würden bis zu 85 Prozent betrügerischer KI-Uploads blockieren und lizenziert die Technologie an andere Dienste.

Der Fall Sienna Rose zeigt die Schwierigkeiten auf, KI-generierte Künstler von echten Performern zu unterscheiden. Streaming-Plattformen führen zwar Kennzeichnungs- und Erkennungsmaßnahmen ein, doch die Umsetzung bleibt lückenhaft. Angesichts von Millionenumsätzen wird die Debatte über Transparenz und Authentizität in der Musikbranche immer drängender.

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