13 March 2026, 18:37

Karsten Wöllner bricht sein Schweigen zum Kult-Meme "Was ist los mit Karsten?"

Ein Collage von sechs lächelnden Individuen verschiedenen Alters, Geschlechts und Ethnien mit dem Text "Die Zukunft der Gesundheit beginnt bei Ihnen" oben angezeigt.

Karsten Wöllner bricht sein Schweigen zum Kult-Meme "Was ist los mit Karsten?"

Karsten Wöllner, der Mann hinter dem viralen Meme "Was ist los mit Karsten?", hat in einem aktuellen YouTube-Interview seine Sicht der Dinge geschildert. Der Ausschnitt, der aus einer TV-Sendung von 2005 stammt, zeigt, wie er nach einem diabetischen Anfall gegen eine Wand stürzt. Mit der Zeit wandelten sich die öffentlichen Reaktionen von belustigtem Gelächter zu einem besseren Verständnis für seine Erkrankung.

Der Vorfall ereignete sich während der Dreharbeiten zur Sendung "Wildes Wohnzimmer" im Jahr 2005. Wöllner, der an Diabetes leidet, spürte vor den Aufnahmen, wie sein Blutzucker abfiel. Kurze Zeit später stolperte er und prallte gegen eine Wand – eine Szene, die später ausgestrahlt und zu einem weitverbreiteten Internet-Phänomen wurde.

Nach dem Sturz kam das Filmteam ihm sofort zu Hilfe und zeigte ihm das Rohmaterial, bevor die Folge gesendet wurde. Wöllner hätte sich gewünscht, dass in der endgültigen Version eine Erklärung zu seinem gesundheitlichen Zustand aufgenommen worden wäre. Stattdessen verbreitete sich die vertonte Szene im Netz, löste Spott aus und wurde besonders unter Schülern in den folgenden Jahren nachgeahmt.

Anfangs verärgert über die Hartnäckigkeit des Memes, akzeptierte Wöllner schließlich dessen Platz in der Internetkultur. Heute bedauert er, die Bekanntheit des Clips nicht genutzt zu haben, um über Diabetes aufzuklären. Mit der Zeit änderte sich die öffentliche Wahrnehmung, als Aufklärungskampagnen und andere prominente Fälle – wie Heinos Offenlegung seiner Typ-2-Diabetes-Erkrankung 2012 oder Elyas M'Bareks Unterzuckerung in der Sendung "Knallerfrauen" 2014 – das Bewusstsein für die Krankheit schärften, ohne dabei auf Ablehnung zu stoßen.

In einem jüngsten Interview mit Kannemilsch blickt Wöllner auf die Erfahrungen zurück. Zwar habe ihn das Meme jahrelang genervt, doch mittlerweile habe er seinen Frieden damit geschlossen. Er hofft, dass seine Schilderungen mehr Empathie für Menschen mit chronischen Erkrankungen wecken.

Das Erbe des Memes hat sich von bloßer Verspottung zu einer breiteren Diskussion über Diabetes gewandelt. Wöllners Offenheit verleiht einem Moment, der einst rein komisch wirkte, eine neue Bedeutung. Seine Geschichte steht heute dafür, wie sich die öffentliche Meinung durch mehr Aufklärung verändern kann.

Quelle