16 March 2026, 10:42

Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Der Eingang des Kölner Doms in Köln, Deutschland, mit detaillierten Schnitzereien, Skulpturen und einer großen Tür am Boden.

Ehemaliger Dom-Architekt kritisiert geplante Eintrittsgebühr für den Kölner Dom - Kölner Dom plant Eintrittsgeld – Ende der kostenlosen Besuche in Sicht?

Kölner Dom könnte bald Eintritt verlangen

Der Kölner Dom, eine der berühmtesten katholischen Kirchen der Welt, könnte Besuchern bald eine Eintrittsgebühr berechnen. Die weltbekannte Sehenswürdigkeit, die jährlich sechs Millionen Menschen anzieht und die Reliquien der Heiligen Drei Könige beherbergt, plant die Einführung eines bezahlten Zugangs in der zweiten Jahreshälfte. Die Ankündigung hat unter Verantwortlichen und in der Öffentlichkeit eine kontroverse Debatte ausgelöst.

Barbara Schock-Werner, die ehemalige Dombaumeisterin, übt scharfe Kritik an dem Vorhaben. Sie bezeichnete die Idee als "sehr problematisch" und warnte, dass eine Gebühr den Zugang auf wohlhabendere Besucher beschränken könnte. Aus ihrer Sicht würde ein Eintrittsgeld die Rolle des Doms als öffentlicher und spiritueller Ort für die Stadt untergraben.

Schock-Werner betonte zudem, dass eine Eintrittsgebühr Touristen abschrecken und den offenen Charakter des Doms verändern könnte. Zwar räumte sie ein, dass zusätzliche Einnahmen notwendig seien, doch dürften finanzielle Überlegungen nicht auf Kosten der Zugänglichkeit gehen.

Die Reaktionen der Öffentlichkeit fallen seit der Bekanntgabe gemischt aus. Eine aktuelle Umfrage des EXPRESS.de ergab, dass 52 Prozent der Leser gegen eine Gebühr sind, während 48 Prozent sie – abhängig vom Preis – akzeptieren würden. In sozialen Medien reichen die Stimmen von Zustimmung ("längst überfällig") bis hin zu Empörung, wo einige den Schritt als "peinlich für ein Gotteshaus" bezeichnen. Andere verwiesen auf eigene Erfahrungen, etwa den Verzicht auf einen Besuch im Berliner Dom nach einer 10-Euro-Gebühr. Vorschläge für kostenlose Öffnungstage, insbesondere für Anwohner, wurden ebenfalls geäußert.

Die Domverwaltung hat die genaue Höhe der Gebühr noch nicht festgelegt, eine endgültige Entscheidung wird jedoch noch in diesem Jahr erwartet. Sollte die Maßnahme umgesetzt werden, markierte dies einen historischen Einschnitt für eine Stätte, die jahrhundertelang frei zugänglich war. Das Ergebnis könnte auch Signalwirkung für andere große religiöse Sehenswürdigkeiten haben – etwa bei der Frage, wie Besucherzugang und Finanzierung künftig gestaltet werden.

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