LEG stoppt Wärmepumpen-Pläne in Münster nach massiver Mieter-Kritik
Marie-Theres SegebahnLEG stoppt Wärmepumpen-Pläne in Münster nach massiver Mieter-Kritik
Mieter in Münsters Wohnanlagen drohen drastische Heizkostensteigerungen nach Plänen von LEG, Wärmepumpen einzubauen. Die Wohnungsbaugesellschaft hat das Modernisierungsvorhaben jedoch vorerst gestoppt – als Reaktion auf öffentliche Kritik und mediale Aufmerksamkeit.
LEG führt das Wärmepumpen-Contracting für einzelne Mietwohnungen im Rahmen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) ein. Normalerweise dürfen Vermieter laut GEG bis zu 0,50 Euro pro Quadratmeter für Modernisierungen auf die Mieter umlegen – doch Contracting-Verträge sind von dieser Obergrenze ausgenommen. Dadurch belaufen sich die neuen LEG-Gebühren auf 1,80 Euro pro Quadratmeter, deutlich über dem üblichen Limit.
Das Modell ermöglicht es Vermietern, eigene Tochterfirmen für Installation und Betrieb zu gründen – und so öffentliche Ausschreibungen zu umgehen. Mieter wie Ines Rodriguez müssen künftig mit 806 Euro mehr Heizkosten pro Jahr rechnen, was ihre Gesamtkosten auf 2.486 Euro treibt. Der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) verteidigt das Vorgehen als rechtmäßig, sofern die Kosten transparent und fair bleiben.
Maximilian Fuhrmann vom Mieterverein Nordrhein-Westfalen warnt jedoch, dass individuelles Contracting Mieter unzumutbar belasten könne. Nach einem NDR-Bericht über den Fall setzte LEG das Münster-Projekt vorläufig aus. In vielen ähnlichen Wohnungen könnten bald dezentrale Wärmepumpen gasbetriebene Heizungen ersetzen – mit hohen Fixkosten, die die Ausgaben in die Höhe treiben.
Die Unterbrechung in Münster verschafft Mietern nun Zeit, gegen die Kosten vorzugehen. Sollte das Contracting-Modell umgesetzt werden, könnten die Heizkosten in zahlreichen Immobilien steigen. Mieter werden aufgefordert, die Abrechnungen genau zu prüfen und Aufklärung über die Berechnungsgrundlagen zu verlangen.
