31 March 2026, 08:40

Mann vor Gericht: 30.000 Raubkopien über Datei-Hosting-Dienst verbreitet

Alte Eintrittskarte für das Theatre du Chateau d'Eau in Juarez, Mexiko mit gedrucktem Text.

Illegaler Vertrieb von Filmen und Serien: Zwei Jahre auf Bewährung in Aachen - Mann vor Gericht: 30.000 Raubkopien über Datei-Hosting-Dienst verbreitet

Ein 59-jähriger Mann muss sich wegen des Betriebs eines großangelegten Datei-Hosting-Dienstes vor Gericht verantworten, über den urheberrechtlich geschützte Filme und Serien verbreitet wurden. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen mehr als 30.000 geschützte Werke, die zwischen 2014 und 2019 ohne Erlaubnis geteilt wurden. Das Urteil steht noch aus, wobei Staatsanwaltschaft und Verteidigung unterschiedliche Strafmaßnahmen vorschlagen.

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Der Dienst war von 2008 bis zu seiner Schließung 2019 aktiv. Auf seinem Höhepunkt speicherte die Plattform rund 20 Millionen Gigabyte an Daten und ermöglichte Nutzern gegen Gebühr den Upload und Download urheberrechtlich geschützter Inhalte. Während der elfjährigen Laufzeit erzielte das Portal Umsätze von über 64 Millionen Euro.

Im Prozess forderte die Anklage eine zweijährige Bewährungsstrafe. Die Verteidigung plädierte hingegen für ein milderes Urteil von einem Jahr und elf Monaten. Beide Seiten räumten das Ausmaß des Geschäfts ein, das Tausende unerlaubt verbreitete Filme und Serien umfasste.

Der Fall ist Teil einer verstärkten Verfolgung digitaler Piraterie in Deutschland. 2022 leiteten Münchner Staatsanwälte eine Großrazzia – unter dem Codenamen Operation Ghost – gegen Streaming-Piraterie ein, bei der 35 Verdächtige festgenommen und Server in Deutschland, den Niederlanden und den USA beschlagnahmt wurden. Seit 2021 haben Warnungen von Rechteinhabern wie der GVU um über 50 Prozent zugenommen und liegen mittlerweile bei etwa 10.000 Fällen pro Jahr. Strengere EU-Vorschriften, darunter der 2024 in Kraft getretene Digital Services Act, haben zudem die finanziellen Sanktionen bei Urheberrechtsverstößen verschärft.

Das Gericht hat noch kein endgültiges Urteil gefällt. Bei einer Verurteilung drohen dem Betreiber eine Haftstrafe oder eine Bewährungsstrafe. Das Ergebnis könnte richtungsweisend für ähnliche Fälle sein, während die Behörden die Bekämpfung illegaler Tauschbörsen weiter verschärfen.

Quelle