10 May 2026, 14:33

Maria Happel und Paula Nocker: Zwei Generationen prägen das Wiener Theater

Plakat für das Theatre Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte zeigt, mit Texten, die das Theater und seine Schauspieler beschreiben.

Maria Happel und Paula Nocker: Zwei Generationen prägen das Wiener Theater

Zwei prägende Persönlichkeiten des österreichischen Theaters bereiten sich in dieser Spielzeit auf neue Rollen vor. Die erfahrene Schauspielerin und Regisseurin Maria Happel probt für Der heilige Falstaff am Wiener Burgtheater. Ihre Tochter Paula Nocker, ebenfalls Schauspielerin, arbeitet unterdessen an Mythen des Alltags, einer Koproduktion zwischen dem Volkstheater und den Wiener Festwochen. Beide Frauen bringen unterschiedliche Perspektiven in ihren künstlerischen Ansatz ein – geprägt von jahrelanger Erfahrung und persönlichen Grundsätzen.

Maria Happel ist tief mit Wien verbunden, hat sie doch mehr als die Hälfte ihres Lebens in der Stadt verbracht. Sie bezeichnet sich selbst als „Wienerin mit Herz“ und geht ihre Arbeit mit Präzision und Fairness an. Bekannt für ihren Glauben an die Zusammenarbeit im Ensemble, nennt sie sich eine Spielleiterin – eine Spielleiterin also, für die Teamwork an erster Stelle steht. Aktuell bereitet sie sich auf die Rolle der Frau Flott in Der heilige Falstaff am Burgtheater vor.

Ihre Karriere war nicht ohne Herausforderungen. 2023 trat sie als Leiterin des Reinhardt-Seminars zurück, nachdem sie Kritik ausgesetzt war. Studierende warfen ihr vor, zu wenig Zeit und Aufmerksamkeit für ihre Anliegen zu haben – ein seltener Rückschlag in ihrer langen Laufbahn.

Happel hat ein spielerisches Verhältnis zu Kritik: Sie liest Rezensionen wie Horoskope – die positiven glaubt sie, die negativen ignoriert sie. Dieser Umgang mit Feedback steht im Kontrast zu dem ihrer Tochter. Paula Nocker, die mit ihrer Mutter bereits in früheren Produktionen wie Der Weg ins Freie (2010) auf der Bühne stand, nimmt jedes konstruktive Feedback an – solange es respektvoll bleibt. Zwar schätzt sie die Ehrlichkeit ihrer Eltern, gibt aber zu, dass sie sie mitunter auch verärgert.

Über die familiären Dynamiken hinaus bezieht Nocker klar Position zu gesellschaftlichen Themen. Sie unterstützt die #MeToo-Bewegung und betont, wie wichtig es ist, dass sich der Umgang der Gesellschaft mit Macht und Einverständnis weiterentwickelt.

Derzeit konzentrieren sich beide Frauen auf ihre anstehenden Auftritte. Happels Rückkehr auf die Burgtheaterbühne und Nockers Mitwirkung an einer großen Festival-Koproduktion unterstreichen ihren anhaltenden Einfluss im österreichischen Theater. Ihre unterschiedlichen Ansichten zu Kritik und beruflichen Herausforderungen spiegeln dabei die sich wandelnde Natur ihres Handwerks und der Branche selbst wider.

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