15 May 2026, 06:32

VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst gestorben

Plakat für das Theater Sarah Bernhardt von 1909-1910, das eine Gruppe von Frauen in der Mitte mit Texten zeigt, die das Theater und seine Künstler beschreiben.

VALIE EXPORT – radikale Pionierin der feministischen Kunst gestorben

VALIE EXPORT, Pionierin der feministischen Kunst, die mit radikalen Erkundungen von Körper, Medien und Geschlecht gesellschaftliche Normen herausforderte, ist tot. Über fünf Jahrzehnte prägte sie als Schlüsselfigur der zeitgenössischen Kunst die Debatten um Identität, Macht und Wahrnehmung.

Geboren als Waltraud Lehner am 17. Mai 1940 in Linz, Österreich, wuchs sie bei ihrer Mutter auf, die ihr Unabhängigkeit und finanzielle Eigenständigkeit vermittelte. 1960 zog sie nach Wien, wo sie zunächst Textildesign an der Bundeslehranstalt für Textilindustrie studierte, bevor sie sich der avantgardistischen Kunst zuwandte.

Ihr künstlerischer Durchbruch begann 1966 mit einer provokanten Geste: Eine Zigarettenpackung zeigte ihr Porträt und den Namen VALIE EXPORT – ein Pseudonym, das sie als mutige Selbstbehauptung annahm. Gegen Ende der 1960er-Jahre schloss sie sich dem Wiener Institut für Direkte Kunst an und schuf radikale Performances sowie Werke des Expanded Cinema, die Geschlecht, Macht und Wahrnehmung hinterfragten.

1970 präsentierte sie in London mit Split Reality ihr erstes Videokunstwerk und betrat damit die internationale Bühne des experimentellen Films. Arbeiten wie Tap and Touch Cinema oder Aktion Hose: Genitalpanik wurden zu Ikonen – der Körper als Ort politischer und feministischen Konfrontation. Im Laufe ihrer Karriere stellte sie weltweit aus, erhielt zahlreiche Auszeichnungen und blieb eine unermüdliche Fürsprecherin der Emanzipation durch Kunst.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Erbe von VALIE EXPORT lebt fort in ihrer furchtlosen Auseinandersetzung mit Medien, Geschlecht und der menschlichen Form. Ihre Performances, Filme und Installationen inspirieren bis heute Künstler:innen und Aktivist:innen und sichern ihr den Platz als prägende Stimme der feministischen und konzeptuellen Kunstgeschichte.

Quelle