Maria Kalesnikava: Vom Gefängnis ins Exil – ein Neuanfang nach fünf Jahren Haft
Marie-Theres SegebahnMaria Kalesnikava: Vom Gefängnis ins Exil – ein Neuanfang nach fünf Jahren Haft
Maria Kalesnikava, eine zentrale Figur der prodemokratischen Bewegung in Belarus im Jahr 2020, kam im Dezember 2025 nach mehr als fünf Jahren Haft frei. Mittlerweile lebt sie in Deutschland, nachdem sie gemeinsam mit anderen politischen Gefangenen aus Belarus entlassen worden war. Ihre Inhaftierung folgte auf ein hartes Urteil von elf Jahren Gefängnis, das ihr 2021 wegen ihres Engagements gegen das autoritäre Regime des Landes auferlegt worden war.
Erstmals Schlagzeilen machte Kalesnikava im September 2020, als sie in Minsk festgenommen wurde. Ein Jahr später verurteilte ein Gericht sie zu elf Jahren Haft. Trotz ihrer Inhaftierung blieb ihr Einsatz nicht unbeachtet: 2022 erhielt sie gemeinsam mit den Oppositionspolitikerinnen Swjatlana Zichanouskaja und Veronika Zepkalo den Internationalen Karlspreis zu Aachen. Diese Auszeichnung, eine der renommiertesten Europas, würdigt Verdienste um Demokratie und europäische Einheit.
Der Preis unterstrich ihren Kampf gegen die autoritäre Herrschaft und ihr Engagement für demokratische Reformen in Belarus. Seit ihrer Freilassung hat Kalesnikava in Deutschland eine neue Heimat gefunden. Bisher gibt es jedoch keine bekannten offiziellen Maßnahmen oder Unterstützungsprogramme der deutschen Regierung für belarussische Exilanten.
Ihre Entlassung markierte zwar das Ende einer langen Haftzeit, zugleich aber auch den Beginn eines neuen Kapitels im Exil. Der Karlspreis bleibt ein Zeichen für ihren Einsatz und den ihrer Mitstreiterinnen für den Wandel. Welche Schritte Kalesnikava in Zukunft unternehmen wird – und ob sie dabei auf Rückhalt europäischer Regierungen zählen kann – bleibt vorerst ungewiss.